Friedrich Wolf Gesellschaft

Sonntag, 07.04.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte

Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Gespräch

mit Helga Schütz 

zu Ihrem Roman "Sepia" 

 

Ein poetisches Zeugnis von Konflikten und ­Normalität

– vom Erleben in der DDR.

»Dass man Schweres mit leichter Hand aufschreiben kann, hat Helga Schütz mit all ihren Büchern bewiesen.« Sächsische Zeitung

 

 

 

 

Freitag, 08.03.

18.00 Uhr,
Kino Toni & Tonino Antonplatz 
Max-Steinke Str. 43

Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Friedrich-Wolf-Gesellschaft und neues deutschlandh

Bürgermeister Anna

Nach einem Drehbuch von Friedrich Wolf

Einführung: Paul Werner Wagner

Gesprächspartner: Prof. Dr. Frank Hörnigk und N.N

 

Neuen Medien immer aufgeschlossen, wendet sich Friedrich Wolf als Mitbegründer der DEFA schon in der Nachkriegszeit Filmstoffen zu. 1946, nach der Niederlage des Faschismus in Deutschland, will sich Wolf an den Auseinandersetzungen der Gegenwart beteiligen. Mit der 23-jährigen Anna Drews, Wolfs Hauptfigur für eine Filmkomödie, wird das Potential der Gleichberechtigung der Frau für den Neuaufbau mit in die aktuelle Diskussion eingebracht. Er erzählt die Geschichte der couragierten Anna, die als erste Frau ein Bürgermeisteramt übernimmt und gegen die Tücken der Planwirtschaft zu Zeiten des absoluten Mangels einen notwendigen „Schwarzbau“ im Nachkriegschaos durchsetzt. Aber zusätzlich hat sie gegen den Widerstand einer feindlichen Männerwelt vom reaktionären Großbauern bis zum geliebten Kriegsheimkehrer zu kämpfen. 1950 wird die Filmkomödie „Bürgermeister Anna“ in der DDR uraufgeführt und erregt aufgrund der kritisch-realistischen Sicht nicht nur Wohlgefallen.

 

 

Donnerstag, 07.03.

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lehnitzer Gespräch

Freiheit - Brüderlichkeit - Gerechtigkeit

Dr. Peter-Michael Diestel

im Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

„Peter-Michael Diestel ist eine wichtige und interessante Persönlichkeit im Übergang von der DDR zur Deutschen Einheit. Er stand mutig vorn an bei den Massenprotesten im Leipziger Herbst. Aber Demonstrationen gegen die Diktatur reichten ihm nicht. Diestel wollte konkret und schnell Gerechtigkeit, Freiheit und Rechtssicherheit durchsetzen. Er wollte die Deutsche Einheit zügig und auf Augenhöhe erreichen. Diestel reichte es nicht, dass von der DDR nur das Ampelmännchen und der Grüne Pfeil übrig bleiben sollten. Er wusste um die Vorzüge der Kinderbetreuung, die Achtung der Rolle der Frauen, die Stärken des Gesundheits- und Sozialwesens und die hohe Bedeutung von Arbeitsplätzen. Die Leistungen der Menschen unter den schwierigen Bedingungen der DDR sollten anerkannt werden. Alle Gutwilligen sollten eine Chance im wiedervereinigten Deutschland erhalten. Nicht Rachefeldzüge gegen frühere Funktionäre, sondern Integration sollten das Ziel sein. In den letzten Monaten der DDR hat Diestel hohe politische Verantwortung wahrgenommen und einen großen Anteil daran, dass die Modalitäten der deutschen Einheit erträglich gestaltete wurden.“ (Manfred Stolpe, Juni 2010)

 

„Keine Frage – Peter-Michael Diestel ist eine schillernde Persönlichkeit, >umtriebig< wohl eine zutreffende Charakterisierung. Was er anpackt – ob als letzter Innenminister der DDR, als Volkskammerabgeordneter, als Oppositionsführer im Brandenburger Landtag bis 1994 oder als Präsident mehrerer Sportvereine -, macht er kraftvoll. Halben Einsatz gibt es bei ihm nicht.“  (Matthias Platzeck, Juni 2010)

 

 

Mittwoch, 20.02.

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Gespräch

mit Sergej Lochthofen

"Schwarzes Eis."

 Der Lebensroman meines Vaters

 

Der Roman schildert die Lebensgeschichte des deutschen Kommunisten Lorenz Lochthofen, der ab 1937 nahezu 20 Jahre in sowjetischen Gefängnissen, Arbeitslagern und in der Verbannung verbrachte. Er war 1930 in die Sowjetunion gekommen, studierte in Moskau Journalistik und arbeitete anschließend als Redakteur bei der deutschsprachigen Zeitung "Nachrichten". 1938 wurde er Opfer der Stalinschen Säuberungen und zu acht Jahren Zwangsarbeit in Workuta verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Gulag lebte er ab 1947 weiter als Verbannter in Workuta. Erst 1956 durfte Lorenz Lochthofen in die DDR ausreisen, 1957 wurde er rehabilitiert. Den Glauben an den Menschen hat er dennoch nicht verloren. 

Sergej Lochthofen ist Journalist. Geboren 1953 in Workuta (Russland), kam er als Fünfjähriger mit den Eltern in die DDR, wo er eine russische Schule besuchte; er studierte Kunst auf der Krim und Journalistik in Leipzig. Von 1990 bis Ende 2009 verantwortete er die Zeitung Thüringer Allgemeine. das Medium-Magazin wählte ihn zum regionalen «Chefredakteur des Jahres»; Fernsehzuschauer kennen ihn als Stimme des Ostens im ARD-Presseclub oder in der Phoenix-Runde.

Donnerstag, 31.01.

19.00 Uhr,
Café Sibylle

Karl-Marx-Allee 72

10243 Berlin

(U-Bahnhof Weberwiese)

 

Lesung mit Ursula Werner

MISCHA
Briefe und Texte von Markus Wolf an die Familie, seine Freunde und Weggefährten

 

Zum 90. Geburtstag von Markus Wolf erschien in der „Edition Möwe“ eine repräsentative Auswahl seiner Briefe, die teils sehr persönlich gehalten sind und einen Einblick in sein Leben geben. Der erste Brief stammt vom 30. Dezember 1944, jenem Tag, den Wolf in Moskau als den letzten Jahreswechsel vor dem Ende des furchtbaren Krieges erlebte, der letzte ist zugleich der letzte Brief seines Lebens. Er stammt vom 30. September 2006 und ist dem 18. Geburtstag eines seiner Enkelkinder gewidmet.

Mischa schrieb seine Briefe klug, humorvoll, emotional, liebevoll und politisch. Der Sohn von Friedrich Wolf war ein vielseitig interessierter Mensch, der das Leben liebte.

 Sie können das Buch unter: edition-die-moewe@gmx.de bestellen. Der Verkaufspreis beträgt 19,00 Euro zzgl. 2,00 Versandkosten.

Sonntag, 27.01.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Bebilderte Lesung

Die Schauspielerin Christel Bodenstein

liest aus ihrer bebilderten Autobiografie:

Einmal Prinzessin, immer Prinzessin!

Verantwortlich für den guten Verlauf des Programms: 

Hasso von Lenski

 

 

Seit 1984 knetet Christel Bodenstein mit Leidenschaft plastische Bilder und Figuren als Ausgleichsgymnastik für ihre Seele. 2006 erschien bei ICESTORM Entertainment GmbH, Berlin eine DVD Special Edition mit 7 von ihren Filmen, Bonusmaterial und ihrer Autobiografie, die anhand der vielen entstandenen Bilder von ihr über sie erzählt. Annekathrin Bürger sagte jüngst in einer Veranstaltung, es sei die witzigste Biografie, die sie je gelesen hätte. Christel Bodenstein will uns aufheitern und Mut machen mit ihren Miniaturen. Sie sind witzig und fantasievoll und sie überzeugen auch durch ihre beachtliche handwerkliche Ausführung.
Machen Sie sich bitte Ihr Bild bei der bebilderten Lesung.

Sonntag, 09.12.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Gespräch

Die Schauspielerin Annekathrin Bürger
Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

Zu Gast ist die bekannte und populäre Schauspielerin Annekathrin Bürger. Bemerkenswert sind ihre Offenheit und direkte Art,
auf Menschen zuzugehen, auch ihre Ausstrahlung als Persönlichkeit
in einer Lesung, einer Filmrolle oder im Gespräch.
In ihrem gemeinsam mit Kerstin Decker geschriebenen Buch „Der Rest, der bleibt - Erinnerungen an ein unvollkommenes Leben“ entsteht ein authentisches und sehr persönliches Bild einer starken Frau, die bei allen Höhen und Tiefen im Leben nie ihre Bodenhaftung verloren hat.

 

Freitag, den 07.12. bis Sonntag, den 09.12.

12.00 bis 20.00 Uhr,
Schlossplatz
Oranienburg

Weihnachtsgans-Auguste-Markt
 

Die Weihnachtsgans August aus einer der schönsten Tiergeschichten von Friedrich Wolf wird als inzwischen traditionelle Namensgeberin zum weihnachtlichen Markttreiben den Besuchern vom Balkon des Schlosses Oranienburg leuchten. Am Freitag bringt sie wieder im Spiel auf der Bühne des Marktplatzes die Familie des Opernsängers Löwenhaupt um den Festtagsbraten.
Am Stand der Fridrich-Wolf-Gesellschaft ist Gustje in Büchern, im DEFA-Film und auf den Sprech-CDs mit Dieter Mann und Katharina Thalbach als schöne Weihnachtsgeschichte für die ganze Familie aufgereiht. Es ist wieder Zeit, den Kindern Geschichten von Friedrich Wolf vorzulesen.

Einmal Prinzessin, immer Prinzessin
Christel Bodenstein ist am  8. Dezember ab 16.00 Uhr Gast am Stand der Friedrich-Wolf-Gesellschaf. Die bekannte und beliebte Schauspielerin präsentiert und signiert ein selbst entwickeltes vielseitiges Spiel nach ihrem unvergessenen Märchenfilm „Das singende klingende Bäumchen“ sowie eine DVD-Box mit sieben DEFA-Filmen, in denen sie Hauptrollen übernahm. Ein Foto-Buch mit ihren Erinnerungen und der Dokumentarfilm „Einmal Prinzessin, immer Prinzessin“ liegen der Box bei und erzählen ein Stück DEFA-Geschichte.

Wir freuen uns über Ihren Besuch

 

 

Sonntag, 02.12.

16.00 Uhr,
Kino Babylon,
R.-Luxemburg-Str. 30,
Berlin

Dieter Mann präsentiert
"Die Weihnachtsgans Auguste" und "Märchen für große und kleine Kinder"
von Friedrich Wolf mit Specht Pit Pikus und der Möwe Leila

Veranstalter: Thalia Buchhandlung


 

 

Freitag, 30.11.

20.00 Uhr,
Kino Toni & Tonino, Berlin

Zum 85. Geburtstag des Dokumentarfilmregisseurs

Walter Heynowski
EL GOLPE BLANCO (Der weiße Putsch)
Gespräch mit Paul Werner Wagner und Frank Hörnigk

 

Mit einem Aufschrei reagierten Menschen in der ganzen Welt, als die vom Volk gewählte Regierung Salvador Allendes am 11. September 1973 gestürzt wurde. Präsident Allende galt zu Beginn der 1970er Jahre mit seinem eingeschlagenen Weg zu einer sozial gerechten Gesellschaft als Symbolfigur des Aufbruchs. Die Filmemacher des Studios H&S analysieren die Ereignisse um den Putsch und decken Versuche politischer Einflussnahme und Infiltration auf, wie sie Chiles politische Rechte mit Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA unternimmt. Walter Heynowski war Chefredakteur der Satirezeitschift „Frischer Wind“, später „Eulenspiegel“, und Gründer des Eulenspiegelverlages.
Nach produktiven Jahren bei der DEFA gründete er mit Gerhard Scheumann das unabhängige Studio H&S, das international beachtete und ausgezeichnete Dokumentarfilme produzierte.

 

Sonntag, 25.11.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Gespräch

Ich musste aufs Land, das war mir klar ...
Edda Gutsche
Schriftstellerorte in Brandenburg

 

Edda Gutsche porträtiert bekannte wie auch nahezu vergessene Schriftsteller-Orte mit ihren schreibenden Bewohnern, bei denen die märkische Landschaft und Heimat Niederschlag in ihren Werken gefunden hat. So erfahren die Leser, dass die vier Jahre in Erkner für Gerhart Hauptmann ganz wesentlich auch für sein späteres Werk waren, dass Franz Fühmann immer nur mit dem Fahrrad in Märkisch-Buchholz unterwegs war, und dass Bertolt Brecht sein Essen lieber unter einem Apfelbaum genoss.

Als ehemalige Lehnitzerin wusste Edda Gutsche, dass der Ort Einzug in die Tiergeschichten Friedrich Wolfs gefunden hat. Grund genug, das Haus des Schriftstellers zu besuchen und auf Bummis Spuren beim  Lehnitzsee vorbeizuschauen.
Die reiche Bebilderung mit historischen und aktuellen Fotos lässt die literarische Spurensuche durch Brandenburg zu einem Leseerlebnis werden. 

 

Donnerstag, 08.11.

18.00 Uhr,
Max-Linger-Stiftung
Straße 201, Nr. 2, Berlin

Erinnerung an Konrad Wolf
Vortrag von Paul Werner Wagner

 

Konrad Wolf gehört zu den bedeutendsten ­Regisseuren der deutschen und europäischen Filmgeschichte der Nachkriegszeit. In seiner Biografie spiegeln sich die Brüche des 20. Jahrhunderts: Kindheit und Jugend in der Moskauer-Emigration, Rückkehr nach Deutschland als Rotarmist, sowjetischer Kulturoffizier bei der SMAD, Studium an der Filmhochschule Moskau, ­Filmschaffender in der DDR und Präsident der Akademie der Künste der DDR. Konrad Wolf war stets bemüht, zwischen den Künstlern und der SED-Führung zu vermitteln.

Samstag, 29.09.

15.30 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Gespräch

Der Schriftsteller Volker Braun
"Der helle Haufen"
Gespräch mit Frank Hörnigk

 

Volker Braun ist ein
bedeutender Schriftstellern deutscher ­Sprache.
Für sein Schaffen erhielt er viele Preise, wie den Büchner-, Heinrich-Mann- und Lessing-Preis.

In seinen Texten sparte Volker Braun nicht an Kritik über die Verhältnisse in der DDR.
Genannt seien: „Es genügt nicht die einfache Wahrheit“, „Training des aufrechten Gangs“, „Die Übergangsgesellschaft“ „Hinze-Kunze-Roman und „Verheerende Folgen mangelnden Anscheins innerbetrieblicher Demokratie“.  Seit der Wiedervereinigung beschäftigt sich Braun immer wieder mit Fragen der Gerechtigkeit der deutschen Einheit. Die Schließung der Kaligrube von Bischofferode ist Ausgangspunkt seines letzten Buches „Die hellen Haufen“. (Suhrkamp 2011). Konkret und einfühlsam, ironisch und bitterernst, berichtet er von einem Aufstand in Mitteldeutschland, der nicht stattgefunden hat. Volker Braun steht damit ganz in der Traditionslinie von Friedrich Wolf.

 

Sonntag, 24.06.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lehnitzer Gespäch

Otto Mellies
im Gespräch mit Paul Werner Wagner


 

Otto Mellies besuchte von 1947 bis 1949 die Schauspielschule in Schwerin. Nach den Stationen Neustrelitz, Stralsund, Rostock und Erfurt holte ihn Wolfgang Langhoff 1956 an das Deutsche Theater Berlin. Dem Ensemble dieses Hauses gehörte er 50 Jahre lang an. Er war unter anderem in Ibsens Peer Gynt, Dario Fos Zufälliger Tod eines Anarchisten, Goethes Egmont, Sartres Die Fliegen, Strindbergs Die Gespenstersonate, Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame und 325 Mal als Nathan der Weise zu sehen. Otto Mellies, ein Darsteller von besonderer Art, ist prädestiniert für Rollen mit Charakter und Tiefe, aber auch mit Humor. Wer ihn je auf der Bühne erlebt hat, vergisst sein markante Stimme nicht. Geprägt haben ihn aber furchtbare Erlebnisse in seiner schweren Kindheit in Ostpommern am Ende des Zweiten Weltkrieges. Otto Mellies stand auch häufig vor der Kamera: bei der DEFA als Ferdinand in Kabale und Liebe, als Tellheim in Minna von Barnhelm und als Fahrlehrer Hempel in Fahrschule. Im fünfteiligen Fernsehfilm- Dr. Schlüter (1965/66) spielte er die Titelrolle. Das Fernsehepos in der Regie von Achim Hübner zeigte in dem Chemiker Dr. Martin Schlüter eine sozialistische Variante einer modernen Faust­figur. Als Synchronsprecher, Rezitator und Vorleser setzte er immer wieder effektvoll den Wohlklang seiner Stimme ein. 2010 erschien im Verlag Das Neue Berlin seine Erinnerungen An einem schönen Sommermorgen.

 

 

Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Samstag, 02.06.

 

20 Jahre Friedrich-Wolf-Gesellschaft
Am 20. März 1992 trafen sich an Leben und Werk des Schriftstellers und Arztes D. Friedrich Wolf interessierte Menschen aus Ost und West um in der Akademie der Künste zu Berlin (Ost) die Friedrich-Wolf-Gesellschaft zu gründen. Das sind 20 Jahre gemeinsame Bemühungen, Wolfs Forderung nach Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde über sein Werk und über Veranstaltungen mit Künstlern, Wissenschaftlern und Politikern wach zu halten. Friedrich-Wolf-Tage in Neuwied, Remscheid, Stuttgart, Hechingen, Berlin und Oranienburg wurden zu kulturellenHöhepunkte in den Städten, die eng mit Wolfs Biografie verbunden sind.
Über zwei Jahrzehnte ist es gelungen, das Wohnhaus von Else und Friedrich Wolf in Lehnitz als lebendigen Ort des Austauschs und der Auseinandersetzung zu erhalten.
Wir laden Sie herzlich zum Frühlingsfest ein, um 20 Jahre Friedrich-Wolf-Gesellschaft zu feiern und auf die nächsten 20 Jahre anzustoßen.

14.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

zwangloser Beginn mit Kaffee, Kuchen und Herzhaftem vom Grill

 

15.00 Uhr

Begrüßung durch Prof. Hermann Haarmann, Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

B-Mol-Jazzer
Gute-Laune-Musik mit Swing, Blues und Dixieland

 

Jazzer der Jugendzeit aus Berlin und Märkisch Oderland fanden sich etwas gereift wieder zusammen und spielen Musik aus vier Jahrzehnten Jazzgeschichte.

 

 

15.30 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Ursula Werner
im Gespräch mit Paul Werner Wagner
über das Theaterleben, die besonderen Filme und das Künstlerleben in Zeiten der Wandlungen


 

Ursula Werner wuchs in Berlin-Prenzlauer Berg auf. Nach ihrem Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin führten sie erste Engagements an das Landestheater Halle an der Saale und an das Berliner Kabarett Die Distel. Von 1974 bis 2009 war Werner festes Ensemblemitglied des Maxim Gorki Theaters in Berlin. Bei der DEFA bleibt besonders ihre Rolle der Doktorin Unglaube in dem Film Ein irrer Duft von frischem Heu (1977) in Erinnerung.
2008 kehrte Ursula Werner in der Hauptrolle in Andreas Dresens Wolke 9 ins Rampenlicht zurück. In Wolke 9 verkörperte sie eine Frau, die mit Ende 60 ihren älteren Ehemann für einen noch älteren Mann verlässt. In dem Film soll gezeigt werden, dass Liebe und Sex im Alter nicht einfach so aufhören. Für diese außergewöhnliche Leistung erhielt sie 2009 den Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle.

 

 

16.30 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Ausstellung
historische internationale Theaterplakate nach Stücken von Friedrich Wolf

 

Führungen durch das Haus, Buchverkauf und interessante Gespräche.
Es darf getanzt werden.

Mai 2012

Donnerstag, 02.05.

19.00 Uhr,
Orangerie im Schlosspark,
Kanalstraße 26a,
16515 Oranienburg

Achtung:
Leider fällt diese Veranstaltung wegen Krankheit aus!

 

Lehnitzer Gespräch
Der Schauspieler Hilmar Thate
im Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

Nach dem Schauspielstudium in Halle/Saale gab Hilmar Thate sein Debüt am Cottbuser Theater. Es folgten Engagements in Berlin am „Theater der Freundschaft“ und am „Gorki-Theater“. Von 1959 bis 1970 war spielte er am Berliner Ensemble. Hier feierte er große Erfolge in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (1959), „“Coriolan“ (1964) und „Mann ist Mann“ (1967). Am Deutschen Theater brillierte er in Shakespeares „Richard III.“. Zweimal wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt. Nach der Biermann Ausbürgerung gehörte er mit seiner Frau Angelica Domröse zu den Unterzeichnern der Protestpetition führender DDR-Künstler. Beide weigerten sich, die Unterschrift zurückzunehmen. Daraufhin wurde ihre Karriere erheblich behindert. Seit 1980 lebt das Ehepaar Thate-Domröse in Westberlin. Auch hier stellten sich sehr bald Erfolge ein.
Hilmar Thate ist ein exzellenter Filmschauspieler. Man denke nur an seine einprägsamen Film- und Fernsehrollen in „Der Fall Gleiwitz“, „Professor Mamlock“, „Der geteilte Himmel“, „Die Wahlverwandtschaften“, „Daniel Druskat“,
„Don Juan – Karl-Liebknecht-Str. 78“, „Engel aus Eisen“, „Die Sehnsucht der Veronika Voss“, „Der König von St. Pauli“, „Wege in die Nacht“, „Der neunte Tag“ und „Hitlerkantate“. 2006 erschien seine sehr lesenswerte Biografie „Neulich als ich noch Kind war“ im Lübbe Verlag. Von Brecht geprägt, schlägt sein Herz auch heute noch links.

 

April 2012

19.04.2012

Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5
 

Lehnitzer Gespräch

Die große Brecht-Interpretin
CARMEN MAJA ANTONI
Schauspielerin mit Köpfchen, Herz und Seele!
im Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

Carmen-Maja Antoni, geboren 1945, bestand noch vor dem Abitur die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Gleich nach dem Studium wurde sie am Potsdamer Hans-Otto-Theater engagiert. Dort war sie 1964 mit 18 Jahren die jüngste „Grusche“ in Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“. Helene Weigel und Paul Dessau lobten ihr Spiel. Später wechselte sie zur Volksbühne Berlin. Seit 1976 ist sie wieder Mitglied am Berliner Ensemble, zuletzt zu sehen als die Mutter Courage im gleichnamigen Stück von Bert Brecht. Sie spielte und spielt mit ihrer charakteristischen Stimme zahlreiche Film-, Fernseh- und Hörspielrollen. Unvergessen bleiben ihre grandiosen Darstellungen der Oma-Mutter in Siegfried Kühns Film „Kindheit“ (1987) und der Großmutter in der Verfilmung von Erwin Strittmatters Roman „Der Laden“ (1998). Carmen-Maja Antoni hat als Dozentin der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg viel für die Nachwuchsförderung getan.

»Sie ist eine ganz und gar ungewöhnliche Frau, die Antoni. Grob, clownesk, rotzig und laut. Dazu eine feine, hellhörige Seele. ... Exzellente Interpretin Brechtscher Lieder.« Die Zeit

 

 

April 2012

 12.-18.04.2012

Konrad Wolf Film-Retrospektive
im Kino Toni&Tonino und im Bundesplatz-Kino Berlin

 

Die Veranstaltungstermine finden sie hier zum download.
Bitte auf das Bild klicken.

 

 

März 2012

 7. und 8. 03.

Konrad Wolf
Film und Gespräch

 

Am 7. März 1982 starb der DEFA-Regisseur Konrad Wolf im Alter von 56 Jahren. Der Sohn des kommunistischen Schriftstellers Friedrich Wolf ging als Kind mit den Eltern ins Exil nach Moskau. Künstlerisches Anliegen von Konrad Wolf war der politische Kampf mit Mitteln der Kunst für eine sozial gerechtere Welt. Die humanistische Botschaft seines Werkes ist deutlich erkennbar. Die Filme von Konrad Wolf gehören zum Bestand des nationalen Kulturerbes.

 

 

Mittwoch, 07.03.

19.00 Uhr,
Kino Toni & Tonino Antonplatz 
Max-Steinke Str. 43

30. Todestag von Konrad Wolf

ICH WAR NEUNZEHN
(DEFA1968, s/w, 119 minFilm)

Gespräch mit Wolfgang Kohlhaase, Jaecki Schwarz und Prof. Dr. Moritz Mebel

Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

 

Gregor Hecker war als Kind mit seinen Eltern in die Sowjetunion emigriert. Im April 1945 kehrt er als 19-Jähriger mit der Roten Armee nach Deutschland zurück. Es fällt ihm schwer, die Deutschen als seine Landsleute zu betrachten. Nur langsam reift die Erkenntnis, dass nicht alle Deutschen schuldig waren und dass man nur mit ihnen gemeinsam ein friedliches Deutschland aufbauen kann. Konrad Wolfs persönlichster Film.
Regie: Konrad Wolf; Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf;
Kamera: Werner Bergmann; Darsteller: Jaecki Schwarz, Vasilil Livanov, Alexej Ejboshenko, Jenny Gröllmann

Donnerstag, 08.03.

19.00 Uhr,
Kino Toni & Tonino
Antonplatz
Max-Steinke Str. 43

SOLO SUNNY
(DEFA 1980, ORWO-Color, 104 min)

Gespräch mit Renate Krößner (angefragt), Wolfgang Kohlhaase und

Eberhard Geick  |  Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

 

Sunny lebt solo, aber keineswegs einsam. Sie ist es gewöhnt, selbständig über ihr Leben zu entscheiden. Als Sängerin braucht sie Selbstbewusstsein, um sich im Milieu des Unterhaltungsbetriebes durchzusetzen. Ein Film mit witzigen Dialogen und toller Musik. Renate Krößner erhielt auf der Berlinale 1980 den „Silbernen Bär“.

 

Regie: Konrad Wolf; Drehbuch: Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase;
Kamera: Eberhard Geick; Darsteller: Renate Krößner, Alexander Lang

 

 

Donnerstag, 29.03.

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

„Uranbergbau im Kalten Krieg“
Der Mitherausgeber und Hauptautor der ­gleichnamigen zweibändigen Publikation
DR. RAINER KARLSCH
im Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

Wismut - hinter diesem harmlos klingenden Namen verbarg sich der weltweit größte Uranbergbaubetrieb. Die ostdeutsche Wismut AG war der drittgrößte Uranproduzent der Welt. Sie ermöglichte den Aufstieg der UdSSR zur nuklearen Supermacht. Um den strategischen Rohstoff Uran zu gewinnen, entstand in der DDR ein »Staat im Staate«. Nirgends sonst auf der Welt wurde Uran mit einem derart immensen Aufwand gewonnen wie in Sachsen und Thüringen.
Die im Herbst 2011 erschienene Publikation wertet bislang unzugängliche bzw. noch nicht genutzte Quellenbestände in russischen Archiven aus. Die Aufsätze widmen sich u. a. dem Stellenwert des Unternehmens im Kalten Krieg, dem im Uranbergbau herrschenden Sicherheitsregime, dem Herrschaftsanspruch der SED im Betrieb, dem Umgang mit den Strahlenrisiken, der Ausgestaltung des betrieblichen Sozialleistungssystems und den Versuchen zur Identitätsstiftung durch Kultur und Sport. Im Band 2 werden in thematisch analoger Gliederung die entscheidenden Dokumente vorgestellt, wobei zahlreiche russische Quellen dem deutschen Leser erstmals zugänglich gemacht werden.

 

Dr. Rainer Karlsch ist ein renommierter Wirtschaftshistoriker, der zahlreiche interessante und vor allem lesenswerte Bücher geschrieben hat, u.a.:
Allein bezahlt? Die Reparationsleistungen der SBZ/DDR 1945–1953 (1993), Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche (2005), Vom Licht zur Wärme. Geschichte der ostdeutschen Gaswirtschaft (2008), mit Paul Werner Wagner
Die Agfa-Orwo-Story. Geschichte der Filmfabrik Wolfen und ihrer Nachfolger (2010)

 

 

Sonntag, 25.03.

15.00 Uhr,
Anna-Seghers-Gedenkstätte, Anna-Seghers-Straße 81
12489 Berlin

Friedrich-Wolf-Gesellschaft unterwegs
Besuch bei Anna Seghers
Führung mit Dr. Monika Melchertr

 

Am 22. Januar 2012 war Dr. Monika Melchert, Literaturwissenschaftlerin und Autorin, zu  Gast in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz. Die Lesung aus ihrem Buch „Heimkehr in ein kaltes Land - Anna Seghers in Berlin 1947 bis 1952“ hatte eine große Resonanz bei den  Besuchern. Besonders die Nähe der Autorin zu Anna Seghers und ihrer besonderen Situation nach der Rückkehr aus dem Exil nach Deutschland ließen die Persönlichkeit  der Schriftstellerin in der  schwierigen Zeit des  Zusammenbruchs und Wiederaufbaus lebendig werden.
Aus dem anschließenden Gespräch entstand die Verabredung zu einem Gegenbesuch in der Anna-Seghers-Gedenkstätte in Berlin, die Monika Melchert für die Akademie der Künste betreut.  In die Wohnung von Anna Seghers eingeladen sind alle Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

 

Eintritt: 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.
Wir bitten um Anmeldung unter:
kontakt@friedrichwolf.de
Freitags 10–14 Uhr  03301-524480 (auch AB bis 23. Februar)
Mobil  0176-29778107 (auch Mailbox)
Verkehrsverbindung: S-Bahn Adlershof, Straßenbahn 60

 

 

Februar 2012

Sonntag, 05.02.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Der Alte würfelt nicht - Einsteins Dialog mit Gott
Prof. Thomas Naumann über Gott und die Welt

 

Einstein sprach so oft von Gott, dass Bohr ihn bat: 'Stop telling God what to do'. Dabei tat er gern so, als habe er einen direkten Draht zum  'Alten'.
Einstein war von der Erkennbarkeit unserer Welt fasziniert und glaubte daran, dass diese Welt schön und einfach und von durch uns erkennbaren Gesetzen regiert sei. Dieser Glaube war eine Voraussetzung seines Denkens - ohne ihn hätte er wie Brechts Galilei morgens nicht aus dem Bett aufstehen können. In alter jüdischer Tradition sucht er nach dem Gesetz.
Auch fragte Einstein, ob Gott eine Wahl hatte und die Welt hätte anders machen können. Seine Art zu fragen ist auch heute noch für unsere Suche nach der Urkraft, Extra Dimensionen und Spiegelwelten produktiv.

 

Prof. Dr. Thomas Naumann ist Physiker und befasste sich seit den 70iger Jahren am Institut für Hochenergiephysik der Akademie der Wissenschaften in Zeuthen vor allem mit den Elementarteilchen als Bausteine der Materie. In den 80iger Jahren Gastaufenthalte in Dubna bei Moskau, an der Universität Zürich und am Deutschen Elektronen-Synchotron DESY in Hamburg. In den 90iger Jahren Beteiligung an Experimenten des DESY. Seit den 2000er Jahren Mitglied des Atlas-Experiments des Europäischen Zentrums für Kernforschung CERN in Genf und ab 2007 Koordination der deutschen Öffentlichkeitsarbeit für die „Weltmaschine“ - den Large Hadron Colier.

 

Januar 2012

Sonntag, 22.01.

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Anna Seghers in Berlin 1947 bis 1952

Heimkehr in ein kaltes Land
Lesung mit Monika Melchert

 

Vierzehn Jahre hatte die Schriftstellerin Anna Seghers im Exil verbracht. Im Frühjahr 1947 kehrte sie nach Berlin zurück, eine Unbekannte, von deren Welterfolg Das siebte Kreuz hier niemand wusste. Sie kam nicht nur in ein zerstörtes Land, sie kam, wie sie fand, auch in ein fremdes Land. Und sie war ganz allein, der Mann noch in Mexico City, die beiden Kinder in Paris. Sie fühle sich, schrieb sie an Freunde in aller Welt, wie in die Eiszeit geraten, so kalt und versteinert komme ihr alles vor. Wärme spendeten nur die Gefährten: Helene Weigel und Bertolt Brecht, die Schauspielerin Steffie Spira, die Schriftstellerfreunde Jeanne und Kurt Stern und Berta Waterstradt. Und Halt gab auch die Arbeit, der mühsame und manchmal verzweifelte Kampf gegen die Verheerungen in den Köpfen apathischer Menschen.
Die Autorin, profunde Kennerin von Leben und Werk der Seghers, erzählt von den ersten Jahren, die Anna Seghers wieder auf deutschem Boden verbrachte, ihren Plänen, Wünschen, Sehnsüchten, dem Misstrauen, das sie umgab, den Irritationen, Ängsten und den Hoffnungen, an denen sie trotz allem festhielt.

Dr. Monika Melchert ist Literaturwissenschaftlerin und Autorin; im Auftrag der Akademie der Künste arbeitet sie in der Anna-Seghers-Gedenkstätte und der Brecht-Weigel-Gedenkstätte. Sie ist Herausgeberin der Buchreihe Spurensuche. Vergessene Autorinnen wiederentdeckt. Zuletzt Veröffentlichungen zum Werk von Anna Seghers (Mit Kafka im Café, Berlin 2006), Christa Wolf (Kassandra vor dem Löwentor, Berlin 2009) und Max Frisch (Leben spielen, Berlin 2011).

 

Eine Veranstaltung mit dem vbb verlag für berlin-brandenburg.

 

 

Dezember 2011

10.12.

15.00 Uhr
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Mit und ohne Gans
Familie Wolf, die Weihnacht und das neue Jahr

Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft stöbern in Texten und Briefen der Familie Wolf und laden zu einer kleinen Lesung mit verteilten Rollen. 
Mit Kaffe, Glühwein und Selbstgebackenem ist im Kreise von Freunden der Friedrich-Wolf-Gesellschaft Gelegenheit für Gespräche mit Rückschau und Ausblick, Ideen, Anregungen und einem Spaziergang durch das Haus und auf Bummis Spuren zum Lehnitzsee.


Herzlich willkommen zur Weihnachtsfeier der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und allen Mitstreitern und Freunden ein gesundes, freundliches und friedliches Jahr 2012!

2.-4.12.

Schloßplatz Oranienburg

Weihnachtsgans-Auguste-Markt

Im dritten Jahr ist der Oranienburger Weihnachtsgans- Auguste-Markt bereits eine schöne Tradition geworden. Die Gans leuchtet am Schlossportal, Stände und Marktreiben sind Magnet für Oranienburger und Gäste und auf der Bühne gehört die Weihnachtsgeschichte von Friedrich Wolf unbedingt zum Repertoire der Künstler. Am Stand der Friedrich-Wolf- Gesellschaft ist „ Gustje“ in vielfältiger Form präsent, auch in einer wunderbaren Sonderedition mit Buch, CD und Weihnachtskugel, die schon eine Rarität geworden ist. Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft beteiligen sich mit dem Angebot von Büchern des Autors, Hörbüchern und Gesprächen am Stand.

 

November 2011

Donnerstag, 10.11.

18.30 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lesung und Ausstellung ausgewählter Künstlerporträts
Harald Kretzschmar
Paradies der Begegnungen.
Der Künstlerort Kleinma

Seit 1956 wohnt Harald Kretzschmar im Künstlerort Kleinmachnow. Er ist Nachbar, Gesprächspartner, Beobachter von Schriftstellern, Malern, Bildhauern, Regisseuren, Schauspielern, Politikern und Musikern die vor den Toren Berlins kreative Werkstatt und Heimat für eine kürzere oder längere Lebenszeit fanden. Über Jahrzehnte mit Karikaturen in der Satirezeitschrift „Eulenspiegel“ markanter Bestandteil einer „Bückware“, sind vor allem seine Porträtzeichnungen Prominenter mit biografischen Anmerkungen unverwechselbar mit dem Namen Harald Kretzschmar verbunden. Sie schmücken auch den Einband des Buches über Kleinmachnow, dass mit Intimität und Wissen, Wärme und Ironie ein „Kulturbiotop“, beschreibt, wie er es gerne benennt. Jenseits von Tratsch und Klatsch erfährt der Leser vor allem Menschliches über fast 100 Künstler, mit denen er sonst nur über ihr öffentliches Leben und ihre Werke in Berührung kam. Eine Ausstellung von und mit Harald Kretzschmar zeigt eine Auswahl der Künstlerporträts und wird mit einer anekdotischen Führung im Anschluss an die Lesung eröffnet.

 

 

 

Friedrich-Wolf-Tage 28. - 30. Oktober in Oranienburg und Lehnitz

Sonntag, 30.10.

20.00 Uhr,
Filmpalast-Kino Oranienburg
(Berliner Straße 40)

Kino für Kenner
Bürgermeister Anna
Nach einem Drehbuch von Friedrich Wolf
Einführung: Paul Werner Wagner

 

Film-Plakat: Bürgermeisterin AnnaNeuen Medien immer aufgeschlossen, wendet sich Friedrich Wolf als Mitbegründer der DEFA schon in der Nachkriegszeit Filmstoffen zu. 1946, nach der Niederlage des Faschismus in Deutschland, will sich Wolf an den Auseinandersetzungen der Gegenwart beteiligen. Mit der 23-jährigen Anna Drews, Wolfs Hauptfigur für eine Filmkomödie, wird das Potential der Gleichberechtigung der Frau für den Neuaufbau mit in die aktuelle Diskussion eingebracht. Er erzählt die Geschichte der couragierten Anna, die als erste Frau ein Bürgermeisteramt übernimmt und gegen die Tücken der Planwirtschaft zu Zeiten des absoluten Mangels einen notwendigen „Schwarzbau“ im Nachkriegschaos durchsetzt. Aber zusätzlich hat sie gegen den Widerstand einer feindlichen Männerwelt vom reaktionären Großbauern bis zum geliebten Kriegsheimkehrer zu kämpfen. 1950 wird die Filmkomödie „Bürgermeister Anna“ in der DDR uraufgeführt und erregt aufgrund der kritisch-realistischen Sicht nicht nur Wohlgefallen.

 

 

 

 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz, Alter Kiefernweg 5

Lehnitzer Gespräch
Rudi Kurz – Schauspieler, Autor, Regisseur, Zeitzeuge

 

Rudi KurzEin Besuch bei Else und Friedrich Wolf im Sommer 1953 wird für den jungen Regisseur zu einem Schlüsselerlebnis. Er inszeniert Stücke von Wolf und übernimmt selbst wichtige Rollen. Seine warmen Erinnerungen aus authentischen Begegnungen in der Kulturwelt in der Zeit des politischen Umbruchs nach der Zerschlagung des Faschismus stehen gegen den kalten, verkürzten Blick auf Geschichte in Deutschland. Später vor allem für das Fernsehen tätig, entstanden populäre Fernsehmehrteiler in hochkarätiger Besetzung und Filme über die Antifaschisten Hans Beimler, Arthur Becker und Ernst Schneller. Unter dem Titel „Das grüne und andere Ungeheuer“ wird in der Autobiografie von Rudi Kurz ein spannendes und produktives Leben erzählt.

 


 

12.15 Uhr,
Themenpark
Berliner Straße,
Oranienburg

Krassin rettet Italia
Führung mit Klaus Beissert und Jutta Hengge,
Garten- und Landschaftsarchitekten

 

Themenpark Freiraum- Inszenierung des von Friedrich Wolf geschriebenen Hörspiels »Krassin rettet Italia«Der Themenpark in Oranienburg ist eine Freiraum- Inszenierung des von Friedrich Wolf geschriebenen Hörspiels »Krassin rettet Italia«. Der Park nimmt die Geschichte des ersten erhaltenen deutschen Hörspiels spielerisch auf und führt Sie hinaus ins Eismeer, wo Sie Teil einer spektakulären Rettung werden, die 1928 die Welt in Atem hielt.

 


 

Samstag, 29.10.

10.00 Uhr,
Orangerie im Schlosspark Oranienburg 
(Kanalstr. 26a)
 

 

Mitgliederversammlung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

 

 

Freitag, 28.10.

18.00 Uhr,
Orangerie im Schlosspark Oranienburg
(Kanalstr. 26a)

Erwin Piscator am Schwarzen Meer
Ausstellungseröffnung, anschließend Filmvorführunghrung

 

Der Aufstand der Fischer von St. Barbara

Im Jahr 1931 reist Piscator auf Einladung der Produktionsfirma Meshrabprom in die Sowjetunion, um dort seinen ersten und einzigen Spielfilm zu realisieren. Als Drehbuchvorlage wählt er Anna Seghers Novelle Der Aufstand der Fischer von St. Babara. Obwohl ursprünglich eine deutsch-russische Fassung geplant ist, dreht er nur die russische. 1934 gelangte der Film für kurze Zeit in die Kinos; nach Stalins abfälliger Kritik verschwand er dann sehr schnell in den Archiven und in Vergessenheit.
Prof. Hermann Haarmann zeigt mit dieser Ausstellung eine kleine Auswahl von Privatphotos, die während der Dreharbeiten am Schwarzen Meer, in Odessa entstanden. Mit dieser Kabinettausstellung werden die Photos zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert.

Erwin Piscator an der geblimten Kamera Film-PlakatDer bedeutende Regisseur und Begründer des „Politischen Theaters“ Erwin Piscator war seit seiner Berliner Zeit mit dem Dramatiker Friedrich Wolf eng befreundet. Während des Exils kam es 1933 noch zu Begegnungen in Moskau, mit Piscators Übersiedelung nach Paris (1936) und New York (1938) riss die Beziehung teilweise ab, um nach Ende des Zweiten Weltkriegs aufs Neue belebt zu werden. Während Wolf allerdings schnellstens nach Berlin zurückkehrte, blieb Piscator bis 1951 in den USA. Die Teilung in Ost und West war inzwischen vollzogen, die Theater längst untereinander aufgeteilt.

 

September 2011

23.9.
 

19.30 Uhr,
Kino Toni & Tonino
am Antonplatz
Max-Steinke-Str. 43, Berlin Weißensee

Film im Gespräch
SONNENSUCHER (DEFA, 1958/72)
Regie: Konrad Wolf
Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

 

Sonnensucher gibt einen ungeschönten Einblick in die Arbeitswelt der Wismut-Kumpel Anfang der 1950er Jahre. Der Film hatte ein trauriges Schicksal. Kurz vor der Premiere wurde Sonnensucher verboten.
Erst 14 Jahre später wurde der Film im Fernsehen und wenig später in den Kinos gezeigt.
Die Handlung des Films beginnt im Jahr 1950. In der „Wismut“ wird unter sowjetischer Leitung im Erzgebirge Uranbergbau betrieben. Zahlreiche Menschen aus unterschiedlichsten Milieus treffen hier freiwillig oder zwangsverpflichtet aufeinander. Die Arbeit unter Tage ist
schwer und voller Gefahren.

 

Nach dem Film findet ein Gespräch mit der Hauptdarstellerin Ulrike Behrmann-von Zerboni (Ulrike Germer) statt. Konrad Wolf holte sich seine 17-jährige Hauptdarstellerin Ulrike Germer aus München. Sie wurde eine erfolgreiche Schauspielerin und später die Leiterin einer Schauspielschule.

 

 


 

15.9.
 

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte,
Alter Kiefernweg 5
Lehnitz

Lehnitzer Gespräch
Sportreporter, Fernsehmoderator, Publikumsliebling!
HEINZ FLORIAN OERTEL
im Gespräch mit Paul Werner Wagner

 

In der DDR war Heinz Florian Oertel eine Reporterlegende. Unvergesslich sind seine Reportagen von der Friedensfahrt. Zuerst war er für den Rundfunk tätig, später auch für das Fernsehen. Den DDR-Fußball begleitete er von Anfang an. Er übertrug Länderspiele, Europacupbegegnungen und Oberligaspiele aus den Stadien in der berühmten Konferenzschaltung mit seinen Reporterkollegen. Heinz Florian Oertel war nach dem Motto „Mit dem Sportmikrofon um die Welt“ seit 1952 als Reporter bei allen Olympischen Spielen, Weltmeister- und Europameisterschaften dabei. Seine Gesprächsreihe im Fernsehen „Porträt per Telefon“ war 250 mal auf Sendung. Einer seiner vielen berühmten Gäste war Konrad Wolf. 17 mal wurde Heinz Florian Oertel von den Zuschauern zum Fernsehliebling des Jahres gewählt.
Eine Auswahl seiner Bücher: „Höchste Zeit“ (1997), „Nachspiel-Zeit“ (1999), Gott sei Dank. Schluß mit der Schwatzgesellschaft(2007), Pfui Teufel. Über Verdrängtes und Vergessenes (2009) undHalleluja für Heuchler (2011)- alle erschienen im Verlag Neues Leben Berlin.

 

06.9.
 

19.30 Uhr,
Lettrétage
Methfesselstr. 23-25
10965 Berlin - Kreuzberg
030/6924538
www.lettretage.de

Eintritt frei

„Wunderliche Fata…“
Friedrich Wolf und Franz Fühmann

Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft und der Franz Fühmann Freundeskreis stellen sich als ALG-Mitglieder vor, es lesen die Schauspielerinnen Karen Sünder und Elisabeth Richter-Kubbutatlettretage

 

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften stellt die Lettrétage vom 6. Bis 8. September mit der Veranstaltungsreihe „Wunderliche Fata…“ die ALG in ihrer ganzen Bandbreite vor. An drei Abenden präsentieren sich jeweils zwei literarische Gesellschaften. Zunächst liest jeweils ein Schauspieler oder eine Schauspielerin aus dem Werk des jeweiligen Autors, im Anschluss folgt ein Gespräch mit einem oder mehreren Vertretern der Gesellschaft, in dem über Arbeit und Projekte der Gesellschaften informiert wird.
Mehr unter http://www.lettretage.de

 

01.9.
 

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Der Linke Gesprächskreis der Oberhaveler Sozialdemokraten und dieFriedrich-Wolf-Gedenkstätte laden ein:
Holger Czitrich–Stahl liest aus seinem neuen Buch
„Arthur Stadthagen –
Anwalt der Armen und Rechtslehrer der Arbeiterbewegung“

 

Arthur Stadthagen (1857 - 1917) war für den Wahlkreis Potsdam 6 Niederbarnim als Sozialdemokrat von 1890 - 1917 Mitglied im Deutschen Reichstag. Als Volljurist arbeitete er mit am Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB),
seine Rechtsratgeber wurden zu Bestsellern. Vor allem sein Einsatz als Rechtsberater und Jurist für die „kleinen Leute“ trug ihm die Bezeichnung „ Anwalt der Armen“ ein.
Stadthagen gehörte dem marxistischen Parteizentrum um August Bebel und Karl Kautsky an und arbeitete eng mit Vertretern der traditionellen Linken wie Georg Ledebour und Hugo Haase zusammen. Darüber hinaus galt er als ein Freund Rosa Luxemburgs. Seit 1915 trat Stadthagen offen gegen die Unterstützung der Kriegskredite durch die SPD im Reichstag auf. Nach seinem dadurch bedingten Ausschluss aus der SPD im Januar 1917 zählte er zu den Mitbegründern der USPD in Gotha. Er starb am 5. Dezember 1917 an den Folgen der Grippeepidemie.
Das Buch gibt einen tiefen Einblick in den Geist der Zeit zwischen „Sozialistengesetz“ und nahender Novemberrevolution.

 

August 2011

28.8.
 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Lesung mit Stefan Gotthelf Hofmann
„Der andere Wolf“

 Stefan Gotthelf Hofmann

Gemeinhin gilt Friedrich Wolf als Paradigma für Authentizität; er stellt, so die weitverbreitete Vorstellung, den Prototyp für ein glaubwürdiges sozialpolitisches Engagement dar, das sich im Leben und in seinem literarischen Werk widerspiegelt…

 

 

Von der in der Person F. Wolfs vollzogenen Einheit von Leben und Werk, deren Untrennbarkeit konstitutiv für sein Oeuvre ist, geht bis heute eine große Wirkung aus. Dieses gängige, quasi zum Klischee verkommene Wahrnehmungsmuster, soll im Folgenden nicht weiter bedient werden. Vielmehr gilt es, die ausgelatschten Pfade in der Wolf-Rezeption zu verlassen, innezuhalten, die Perspektive zu ändern, um neue Seiteneinblicke zu ermöglichen. (Aus dem Vorwort).

 

Juli 2011

10.7.
 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Helga Kurzchalia liest aus ihrem Roman
„Lamaras Briefe – oder vom Untergang des Kommunismus“

 

Auf der einen Seite - Georgien, das in den neunziger Jahren, nach dem Zerfall der Sowjetunion, eine sehr turbulente, ereignisreiche Zeit erlebte. Nach den „ruhigen“ Verhältnisse der späten Breshnew-Ära , der Beginn von Glasnost und Perestroika, dann der Zusammenbruch der Sowjetunion und schließlich die Unabhängigkeit Georgien mit seinen drastischen sozialen, wirtschaftlichen und biographischen Folgen. Auf der anderen Seite – der Mauerfall, der Zerfall des ostdeutschen Systems, die Wende und deutsche Wiedervereinigung.

 

 

Helga Kurzchalia ist Psychologin und Autorin und lebt in Berlin. 2010 ist ihr Briefroman „Lamaras Briefe oder vom Untergang des Kommunismus“ im Berliner Lichtig Verlag erschienen.

Der Roman besteht aus der Korrespondenz einer georgischen und einer zuerst DDR- dann gesamtdeutschen Familie zwischen den Jahren 1984 und 1996.

 


 

Juni 2011

19.6.
 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Dr. Christel Neubert-Thoms
„Gehört Krankheit zum Leben?“


Friedrich Wolf erkannte bereits, dass die Ursache von Krankheiten in den Lebensumständen der Patienten zu suchen sind.

Er verordnete Licht, Luft , Sonne, eine vernünftige Ernährung und beachtete die sozialen und familiären Bedingungen, in denen die Menschen lebten.
Die Lehnitzer Heilpraktikerin Dr. Christel Neubert-Thoms knüpft an Wolfs Erfahrungen an und lädt die Besucher ein, sich einer ganzheitlichen Betrachtung ihrer Gesundheit und ihrer Erkrankungen zu öffnen.

 

Mai 2011

28.5.
 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Zu Besuch im Hause Wolf

Mitglieder der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und der Familie Wolf laden Sie und Ihre Freunde zu einem Tag der offenen Tür in das Wohnhaus von Else und Friedrich Wolf herzlich ein.

 

Prof. Thomas Naumann
im Gespräch mit Paul-Werner-Wagner

Der jüngste Sohn des Schriftstellers im Gespräch über Wolf, Brecht und was bei Dichtern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts heute noch zu erfahren ist.
Der Kernphysiker Thomas Naumann kann auch zu den Möglichkeiten und Risiken des Umgangs mit dem Atom befragt werden. mehr ...

 

Wir laden ein zu einem ausführlichen Besuch des Hause sowie einer Ausstellung von und für den Karikaturisten und Illustrator Manfred Bofinger.
Es ist Zeit für gute Gespräche bei Kaffee und Erfrischendem, selbst gebackenem Familienkuchen und einem kleinen herzhaften Zubiss.
Kinder können malen und spielen und eine kleine Galerie mit Zeichnungen nach Wolfs Märchen und Tiergeschichten gestalten.

 

13.5.
 

18.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Künstletgespräch in der Orangerie
Theater-Chanson-Politisches Lied

Gisela May im Gespräch mit Paul Werner Wagner
 

Friedrich Wolf nach seiner Rückkehr aus dem ExilDie Schauspielerin Gisela May wurde 1924 in Wetzlar als Tochter des Schriftstellers Ferdinand May und der Schauspielerin Käte May geboren. Von 1942 bis 1944 absolvierte sie die Leipziger Schauspielschule. Engagements in Dresden, Görlitz, Leipzig, Schwerin, Halle und bei Wolfgang Langhoff am Deutsche Theater in Berlin. Ab 1962 war die May dreißig Jahre lang am Berliner Ensemble. Von 1978 bis 1992 spielte sie hier die Mutter Courgage. 1957 erkannte Hanns Eisler ihr besonderes Talent für das Chanson. Neben ihrer intensiven Bühnen-, Film- und Fernseharbeit gastierte Gisela May als gefeierte Sängerin in vielen Ländern Europas, in den USA, Asien und Australien. Gisela May verstand und versteht es immer wieder, das Publikum mit der Ausdruckskraft und Virtuosität ihrer Stimme zu gewinnen. Bundesweite Bekanntheit erreichte sie in der Rolle der Mutter von Evelyn Hamann in der TV-Serie "Adelheid und ihre Mörder".

Eine Veranstaltung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft in Kooperation mit der Stadt Oranienburg.

 

April 2011

17.4.
 

15.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Das Leben eben“ - Manfred Bofinger

Plakate • Illustrationen • Karikaturen

Zur Eröffnung der Ausstellung für und von Manfred Bofinger laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Gabriele Bofinger spricht einführende Worte über ihren besonderen Mann, der in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden wäre
Carmen Bärwaldt (Filmredakteurin) und Hans Hübner (Autor) lesen aus Bofingers Büchern „Der krumme Löffel“ und „Ein dicker Hund“ – Kindheitserinnerungen Manfred Bofingers aus dem Berlin der Nachkriegsjahre.


 

März 2011

24.3.
 

19.00 Uhr,
Aula der Friedrich-Wolf-Grundschule, Lehnitz

Literatur im Gespräch: Rückkehr der emigrierten Schriftsteller nach Deutschland
 

Prof. Dr. Frank Hörnigk im Gespräch mit Paul Werner Wagner
 

Friedrich Wolf nach seiner Rückkehr aus dem ExilNach 1945 kehren Schriftsteller aus vielen Ländern nach Deutschland zurück: so z.B. J.R. Becher, Bertolt Brecht, Stephan Hermlin, Stefan Heym, Theodor Plievier, Ludwig Renn, Anna Seghers, Bodo Uhse, Friedrich Wolf (siehe Foto) und Arnold Zweig. Diese Autoren hatten die Hoffnung in einem neuen Deutschland ihre künstlerische Heimat zu finden. Mit welchen Schwierigkeiten hatten die Emigranten zu kämpfen? Wie groß war ihre künstlerische Freiheit? Welche Rolle spielten sie in der am 7. Oktober gegründeten DDR? Wie geht die vereinte Bundesrepublik mit dem Erbe dieser Schriftsteller um?

Eine Veranstaltung mit freundlicher Unterstützung der Stadt Oranienburg.
 

Februar 2011

16.2.
 

19.00 Uhr,
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5, Lehnitz

Lehnitzer Gespräch: „Wohl dem der eine Heimat hat“
Friedrich Schorlemmer im Gespräch mit Paul Werner Wagner

„Hellsichtiger Theologe mit Herz.“

Friedrich Schorlemmer, engagierter Bürgerrechtler und streitbarer Publizist, beschreibt seine Heimat -- in der DDR und im vereinigten Deutschland. Er ermutigt zur Suche nach einem Ort, an dem wir anerkannt und gebraucht werden, zum Bruch mit starren Denkmustern und zu menschlichem Respekt. Sein Buch ist ein Plädoyer für das Besinnen auf tragfähige Werte und innere Gewissheiten. Wo ist meine Heimat, wo ist mein Zuhaus? Wo ich verstanden werde und wo ich verstehe. Wo ich verwurzelt und verpflichtet bin. Wo ich hinein- und wo ich hinausgewachsen bin. Heimat in einer Landschaft und einer Gemeinschaft, in einer Kirche und einem Garten, an einem Fluss und in einer Straße, in einem Buch und einer Melodie. In einem Traum.“ (Hessische/Niedersächsische Allgemein)

Weitere Informationen zum Buch: Aufbau-Verlag
 

Januar 2011

12.1.
 

19.00 Uhr,
„Cafe Sibylle“,
Karl-Marx-Allee 72, Berlin

Nie war es so verrückt wie immer…
Herbert Köfer im Gespräch mit Paul Werner Wagner

Herbert Köfer, Jahrgang 1921, ist ein beliebter und populärer Schauspieler. Seine Bühnenstationen: Stadttheater Brieg, Neues Berliner Künstlertheater, Volksbühne, Deutsches Theater. Herbert Köfer war der erste Sprecher der „Aktuellen Kamera“. Von 11956-59 trat er im Kabarett „Die Distel“ auf.   Als Unterhaltungskünstler war und ist er im ostdeutschen und späteren gesamtdeutschen Fernsehen überaus präsent. Häufig wurde er der "ostdeutsche Harald Juhnke" genannt. Siebenmal ist er von den Zuschauern zum "Fernsehliebling" gekürt worden. Bei der DEFA und im Fernsehen spielte er in rund 80 Filmen und Fernsehspielen mit, wie „Nackt unter Wölfen“, „Denk bloß nicht, ich heule“,  „Rentner haben niemals Zeit“, „Maxe Baumann“, „Familie Neumann“ und „Geschichten übern Gartenzaun“. Rundfunkhörer liebten ihn als Vater Neumann in der Familienserie „Neumann, zweimal klingeln“. Die Radioserie lief von 1967 – 1981 in 678 Folgen.

Die Autobiografie von Herbert Köfer erschien 2008 mit dem Titel „Nie war es so verrückt wie immer ...“  im Verlag Das Neue Berlin.
 

Dezember 2010

3. bis 5.12.

täglich ab 12.00 Uhr

Oranienburger Weihnachtsgans-Auguste-Markt

Auf dem Schlossplatz findet zum 2. Mal der Weihnachtsgans-Auguste-Markt statt und hat sich damit als gute Tradition für Oranienburger, Berliner und Besucher aus dem Umland etabliert. Kunst, Kultur, Handwerk und Handel in festlichem Glanz vor der Schlosskulisse und mittendrin Auguste. Sie schmückt Plakate und Einladungen und ist vor allem auf der Bühne präsent. Auch am Stand der Friedrich-Wolf-Gesellschaft ist „Gustje“ nicht zu übersehen, denn es ist wieder Zeit, den großen und kleinen Kindern Geschichten von Friedrich Wolf vorzulesen.

Die österreichische Theatertruppe KIDS ON STAGE ist mit der Aufführung der „Weihnachtsgans Auguste“ schon für mehrere Vorstellungen ausverkauft, aber am 4. und 5. Dezember auch direkt auf der Oranienburger Weihnachtsmarktbühne und vom 7. Bis 10 Dezember im Berliner Kriminaltheater zu erleben.

Außerdem spielt das Puppentheater Schlott bereits am 28. November 2010 (1. Advent) um 10:30, 12:00, 14:00 und 16:00 Uhr die WEIHNACHTSGANS in der Orangerie.
  

19.12.

14.00 Uhr

Weihnachtsfeier der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Am schönsten ist die Gans im Kino! Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft treffen sich im „Tonino“, dem kleinen Kino im „Toni“ am Antonplatz in Berlin-Weißensee zu einem gemeinsamen Vergnügen mit dem DDR-Kinofilm „Die Weihnachtsgans Auguste“ aus dem Jahr 1987.

Bei Glüh- und Gänsewein bleibt Zeit für den Austausch von vegetarischen Weihnachtsrezepten, freundlichen Absichten und guten Ideen für das kommende Jahr.

November 2010

4.11.

19 Uhr
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte

Paul Werner Wagner im Gespräch mit dem Autor Günther Drommer: „Erwin Strittmatter und der Krieg unserer Väter“

Kaum war die Problematik der SS-Mitgliedschaft von Günter Grass aus den Medien verschwunden, gab es einen neuen Skandal. Diesmal betraf es den Schriftsteller Erwin Strittmatter. Fraglich blieb die auf dürftiger Aktenlage beruhende Behauptung, der Günther Drommer mit Fakten aus akribischer Archivrecherche entgegnet. Aber der politische Umgang mit dieser „Enthüllung“ warf auch ein bezeichnendes Licht auf die Aufarbeitung der faschistischen Vergangenheit in Ost und West. Drommer nimmt den „Fall Strittmatter“ zum Anlass, die aktuelle Sicht auf die deutsche Geschichte zu untersuchen. Sein Anliegen ist weiter gefasst als eine Argumentation. Er hat einen sehr persönlichen Text über die Schuld der Väter-Generation und das Verhältnis der Nachgeborenen dazu geschrieben.

Der Germanist, Lektor und Autor Günther Drommer ist einer der besten Strittmatter-Kenner. Im Jahr 2000 schrieb er die Biografie „Erwin Strittmatter“. Des Lebens Spiel“. Sei neues Buch „Erwin Strittmatter und der Krieg unserer Väter“ erschien im März 2010 im Verlag Das Neue Berlin. Günther Drommer hat 1988/89 als Lektor des Aufbauverlages das Buch die Troika von Markus Wolf betreut.

 

14.11.

15 Uhr
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte

Lesung mit Holde-Barbara Ulrich: „NACHTSCHATTENLIEBE“

In diesem obsessiven Liebesroman, der vor kurzem im Berliner Literaturhaus Premiere hatte, geht es um das Spiel eines „Königs“ mit drei Damen, oder, um es genauer zu sagen, um die leidenschaftlichen, theatralischen, gewalttätigen Affairen eines Theaterregisseurs mit drei sehr unterschiedlichen Frauen zur selben Zeit, die notgedrungen tödlich enden.

Erste Rezensionen sprechen von einem „Liebes-Thriller“ oder einem „hochdramatischen, exzellent geschriebenen Kammerspiel der Gefühle“.

Die Autorin, die u. a. mit dem renommierten Egon-Erwin-Kischpreis ausgezeichnet wurde, hat bisher zehn Bücher veröffentlicht: Porträts, Reportagen, eine literarische Biographie und zwei Lyrikbände.

Oktober 2010

20.10.

20 Uhr
Kino Toni, Max-Steinke-Str. 43, 13086 Berlin

Zum 85. Geburtstag von Konrad Wolf (20.10.1925 – 7.3.1982): Filmvorführung und Gespräch „SOLO SUNNY“

Begrüßung: Prof. Dr. Hermann Haarmann (Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft); Nachdenken über Konrad Wolf: Paul Werner Wagner (Kulturhistoriker)
 

Spielfilm - 1979, Farbe, 104 min., Regie Konrad Wolf, Co-Regie: Wolfgang Kohlhaase. Produzent DEFA-Studio für Spielfilme, Drehbuch Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase, Beratung: Jutta Voigt, Kamera Eberhard Geick, Musik: Günther Fischer, Musikinterpreten: Günther Fischer, Günther-Fischer-Quintett, Gesang: Regine Doberschütz 
 

Renate Krößner (Sunny), Alexander Lang (Ralph), Heide Kipp (Christine), Dieter Montag (Harry), Klaus Brasch (Norbert), Fred Düren (Arzt), Hansjürgen Hürrig (Hubert), Thomas Neumann (Volkspolizist), Johanna Schall (Die Neue), Harald Warmbrunn (Benno Bohne), u.a.
 

Die frühere Arbeiterin Ingrid, „Sunny“, hat es – so scheint es – geschafft. Sie tourt als Schlagersängerin mit einer Band und anderen Künstlern über die Dörfer und tritt in Klubhäusern und auf Festen auf. Jedoch befriedigt sie das nicht und auch im Privatleben kommt sie mit ihrem Leben nicht klar. Der Taxifahrer Harry vergöttert sie, möchte sie am liebsten heiraten. Doch seine Einstellung, „eine schnelle Mark“ zu machen, sagt ihr nicht zu. Sie hat eine Affäre mit dem Philosophen Ralph, der sie jedoch mit einer anderen Frau betrügt. Bei ihrem Kollegen Norbert muss sie sich gegen Nachstellungen erwehren. Die Einzige, die zu ihr steht, ist ihre Freundin und frühere Kollegin Christine. Als ein Streit mit Norbert eskaliert und der dummdreiste Conferencier und Chef der Gruppe Sunny auf der Bühne beleidigt, fliegt Sunny aus der Band. Sie kehrt in ihren alten Beruf zurück. Doch sie gibt nicht auf und beginnt, mit einer neuen, jungen Band zu proben.
 

Anschließendes Gespräch mit Renate Krößner (Schauspielerin) - angefragt, Eberhard Geick (Kameramann), Prof. Dr. Hermann Haarmann (FU Berlin)

Moderation: Paul Werner Wagner
 

 

23.10.

10 Uhr
„Cafe Sybille“, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin 

Mitgliederversammlung und Wahl des Vorstandes der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

Nach einer Mittagspause findet um 15:00 Uhr im Kino Toni, Max-Steinke-Str. 43, 13086 Berlin eine geschlossene Filmveranstaltung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Rundfunkarchiv Potsdam statt.

DIE ZEIT, DIE BLEIBT  - eine filmische Reise zu den Lebensstationen von Konrad Wolf

Dokumentarfilm, 1985, s/w + F, 114 min. Produzent DFF. Regie: Lew Hohmann, Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Lew Hohmann, Christiane Mückenberger, Regine Sylvester, Gabriele Wojtiniak

Mit leiser Melancholie blickt der Film auf ein sich zwischen deutscher und russischer Identität bewegendes Leben zurück. Es ist ein bis heute beeindruckendes und sensibles, zugleich aber auch politisches und zeitgeschichtliches Dokument. Zu Wort kommen: sein Bruder Markus Wolf, Leiter der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, Freunde und Kollegen wie die Amerikaner Viktor und George Fischer, Drehbuchautor Angel Wagenstein, der Bildhauer Wieland Förster, Kameramann Werner Bergmann und der Schauspieler Kurt Böwe.

Anschließendes Gespräch mit Lew Hohmann (Regisseur), Prof. Dr. Hermann Haarmann (FU Berlin)

Moderation: Paul Werner Wagner

September 2010

16.09.

19 Uhr
„Cafe Sybille“, Karl-Marx-Allee 72, 10243 Berlin

Paul Werner Wagner im Gespräch mit dem Schriftsteller Walter Kaufmann: „Im Fluss der Zeit – auf drei Kontinenten“

1939 erreicht Walter Kaufmann als fünfzehnjähriger mit einem der letzten jüdischen Kindertransporte aus Nazi-Deutschland das rettende London. In Mai 1940 entfernten ihn britische Behörden von der Internatsschule. Walter Kaufmann wird als „Ausländer“ in Liverpool interniert. Mit zweitausend Flüchtlingen wird er auf einem Gefangenenschiff nach Australien deportiert. 18 Monate verbringt er in Wüstencamps zwischen Stacheldraht und Wachtürmen. Obstpflücker, Soldat, Hafenarbeiter, Hochzeitsfotograf, Seemann, Schriftsteller – das sind die nächsten Stationen seines Lebens, das einem Abenteuer Roman gleicht. Unter australischen Seeleuten findet er Anschluss an die Gewerkschaftsbewegung, die KP. In den Fabriken und im Hafen liest er aus seinen Erzählungen. 1955 kehrt er nach Europa zurück, lebt als Schriftsteller in der DDR. Seine Romane und Reisereportagebände erleben hohe Auflagen – und stoßen doch oft an Grenzen der Zensur. Walter Kaufmann gehörte ab 1955 dem Schriftstellerverband und ab 1975 dem PEN-Zentrum der DDR an, dessen Generalsekretär er von 1985 bis 1993 war; heute ist er Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland. Das letzte Buch des heute 86jährigen „Im Fluss der Zeit – Auf drei Kontinenten“ erschien im Juli 2010 im Dittrich Verlag.

August 2010

28.08.

10 Uhr
Kulturradtour Treffpunkt Schlossplatz Oranienburg

Else Wolf – Leben im Schatten eines großen Mannes

Diese in die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte führende Radtour vereint Entdecken, Informieren und Genießen gleichermaßen. Thematischer Mittelpunkt ist Else Wolf als starke Frau an der Seite des Schriftstellers Friedrich Wolf. Neben einer Führung durch die Gedenkstätte steht ein Gespräch mit der Enkelin von Else und Friedrich Wolf auf dem Programm. Ein ayuvedisches Buffet und die Möglichkeit eines Rundgangs auf dem Lehnitzer Naturlehrpfad ergänzen diese Radtour. Eine Veranstaltung des Tourismusvereins in Kooperation mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

Mai 2010

29.05.

14 Uhr
Friedrich-Wolf-
Gedenkstätte

Frühlingsfest

Der Vorstand der Friedrich-Wolf-Gesellschaft lud wie jedes Jahr die Mitglieder und Freunde zu einem bunten Nachmittag in die Gedenkstätte nach Lehnitz ein.
Als Gast konnte Winfried Glatzeder begrüßt werden, der "Paul"-Darsteller aus dem DEFA Klassiker „Die Legende von Paul und Paula“.

April 2010

29.04.

Lala Süßkind trägt vor
„Jüdische Leben Gestern und Heute“

19.00 Uhr
Friedrich-Wolf-
Gedenkstätte

Lala Süßkind kam 1947 mit ihren Eltern nach Berlin. Als Kind und Jugendliche erlebte sie die nach dem Krieg von Heinz Galinski aufgebaute Jüdische Gemeinde als große Familie, als eine Gemeinschaft die zusammen hält und prägt. Sie war in Jugendgruppen zuhause, begeisterte sich für die zionistische Jugend und leitete später viele Jahre erfolgreich die jüdische Frauenorganisation „Wizo“ (Women’s International Zionist Organisation), deren Wohltätigkeitsbasar ein gesellschaftliches Ereignis in der Westberliner Gesellschaft war.

In schwieriger Zeit – Interessenkonflikte zwischen den alteingesessenen Berliner Juden und den in den vergangenen 20 Jahren aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion eingewanderten Juden beeinträchtigten in zunehmenden Maße das Vereinsleben – übernahm sie im Jahr 2008 den Vorsitz der Gemeinde, der mit 12.000 Mitgliedern größten jüdischen Gemeinde Deutschlands. „Die jüdische Gemeinde zuführen ist wie die Leitung einer Kleinstadt“ sagt sie. Dabei denkt sie an die vielen Aufgaben die die Arbeit mit 400 Mitarbeitern, neun Synagogen, zwei Gemeindehäusern, vier Friedhöfen, zwei Schulen, ein Pflegeheim und eine Volkshochschule erfordern. Den Erhalt der Einheitsgemeinde und die Überwindung des Trennenden sieht sie seither als eine ihrer wichtigsten Aufgaben.

 

Februar 2010

12.02.

ab 19.00 Uhr
Dr. Peter Jochen Winters und Dr. Andreas Malycha
"Die SED - Geschichte einer deutschen Partei"
 

Die SED war die Staatspartei der DDR. Hier liefen die Fäden zusammen, hier wurden Staat, Gesellschaft und Wirtschaft gesteuert. In diesem Buch wird die Geschichte der SED erstmals umfassend dargestellt. Dabei spannen Andreas Malycha und Peter Jochen Winters den Bogen von der Vorgeschichte der Partei in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis zu ihrem Nachleben in der PDS und in der Partei "Die Linke".

Dr. Jochen Peter Winters, Jahrgang 1934, Journalist und Publizist, war von 1960 bis 1967 Redakteur der Wochenzeitung "Christ und Welt" und von 1968 bis 1999 Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". In der Zeit von 1972 bis 1990 war Dr. Winters als ständiger Korrespondent in der DDR akkreditiert. Zahlreiche Veröffentlichungen sind zur Aufarbeitung der NS-Diktatur und zur DDR-Vergangenheit von ihm erschienen.
Dr. Andreas Malycha, Jahrgang 1956, Diplomhistoriker, war von 1983 bis 1991 wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Marxismus/Leninismus beim ZK der SED. Dr. Malycha ist gegenwärtig in verschiedenen Einrichtungen tätig. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sind die Geschichte des Politischen Systems in der DDR, speziell die Geschichte der SED und die Wissenschaftsgeschichte der DDR.
Diese Veranstaltung findet im "Cafe Sibylle" in Berlin-Mitte statt. Das "Cafe Sibylle" ist in der Karl-Marx-Allee 72 und liegt zwischen den U-Bahnhöfen Stausberger Platz und Weberwiese. (U 5)

Januar 2010

27. 01.

19.00 Uhr
Mirjam Ohringer
"Auch ich trug eine Waffe..."
NS-Widerstandskämpferin in Holland
 

Miriam Ohringer wurde 1924 als Kind jüdischer Immigranten in Amsterdam geboren. Ihre Eltern waren in der Arbeiterbewegung aktiv; von ihrer Großmutter lernte sie Deutsch, von ihrem Vater Jiddisch und die Grundlagen des Marxismus. Während des Zweiten Weltkrieges war sie der ständigen Gefahr ausgesetzt, in eines der NS-Vernichtungslager deportiert zu werden. Dennoch beteiligte sie sich unerschrocken an den Aktivitäten des Widerstandes: Bereits als 14-Jähjrige sammelte sie Geld für illegale Flüchtlinge aus Deutschland, schrieb heimlich Nachrichten ab, verteilte Flugblätter und leistete Kurierdienste.

Miriam Ohringer erhielt 2009 den zum dritten Mal verliehenen "Preis für Zivilcourage der Stadt Dachau“. Sie ist u.a. die Vorsitzende des niederländischen Mauthausenkomitees.

 Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft freut sich Miriam Ohringer in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte begrüßen zu können. Frau Ohringer wird über Ihre Zeit als junge Frau in den Reihen des Widerstandes berichten.

Dezember 2009

Freitag 11.12.

19.00 Uhr    
Dr. Andreas Diers liest
"Wolfgang Abenroth und der Linkssozialismus"
          
 
 

Wolfgang Abenroth war von 1949 bis zu seinem Tode im Jahre 1985 einer der wichtigsten marxistischen Juristen und Politikwissenschaftler in der alten BRD. Abendroth hat Grundrechte, demokratische Beteiligungsrechte und Rechtsstaat als eine Vorstufe auf dem Weg zu einer anderen Gesellschaft - dem Sozialismus - zugleich aber auch als dessen unabdingbare Bestandteile verstanden.
Dr. Andreas Diers, Politikwissenschaftler ist Abendroths Biograph.

4.-6.12.

Weihnachtsgans - Auguste - Markt
"Man muss doch auch was fürs Herze tun!"


 
 

Die Stadt Oranienburg wird zukünftig den neugestalteten Schloßvorplatz immer am 1. Dezember Wochenende für einen Weihnachtsmarkt nutzen. Der Markt wird unter das Motto der Weihnachtsgeschichte Friedrich Wolfs "Die Weihnachtsgans Auguste" gestellt. Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft wird mit einem eigenen Stand präsent sein  und für Friedrich Wolf und die Friedrich-Wolf Gedenkstätte werben. Wer hat Zeit und Lust uns zu unterstützen?

November 2009

Freitag, 27. 11.

19.00 Uhr
Prof. Hermann Haarmann und Harald Wittstock
"Spanischer Bürgerkrieg /1936 - 1939)"


 
 

Vor 70 Jahren endete der Spanische Bürgerkrieg mit einer tragischen Niederlage für die demokratische Republik. Dieser Krieg war eine Generalprobe für die faschistischen Achsenmächte und Vorbote des nachfolgenden 2. Weltkrieges.
Prof. Hermann Haarmann, Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft, wird an den Aufenthalt Friedrich Wolf in Frankreich erinnern. Friedrich Wolf bemühte sich als Arzt am Spanischen Befreiungskampf teilzunehmen. Er reiste bis Frankreich und wurde dort 1940/41 interniert. Harald Wittstock ist der Vorsitzender des Vereins "Kämpfer und Freunde der Spanischen Republik", gegründet 2001, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, an die deutschen Antifaschisten in Spanien und an ihre Ziele zu erinnern.

Freitag, 13. 11.

19.00 Uhr
Dr. Blancanieve Portocarrero, Botschafterin von Venezuela
"10 Jahre bolivarische Verfassung - 10 Jahre Demokratie"


 
 

Frau Dr. Portocarrero hat an der Verfassung Venezuelas mitgearbeitet. Sie kann ein genaues Bild des heutigen Venezuelas darlegen und steht für Fragen zur Verfügung.
Diese Veranstaltung wird gemeinsam mit dem Linken Gesprächskreis der Oberhaveler Sozialdemokraten durchgeführt.

Freitag, 06. 11.

11.00 Uhr
Ausstellungseröffnung, Schloß Oranienburg
"Endzeit Europa"  Ein kollektives Tagebuch Französischer und Deutscher Schriftsteller 1914 - 1918
 
 


Wie sich die Intellektuellen und Künstler öffentlich zum Krieg verhalten haben, ist hinlänglich dokumentiert. Wie aber haben sie die Zeit erlebt und reflektiert? Die Ausstellung des Brandenburgischen Literaturbüros wird den Fluren der Stadtverwaltung (Haus 1), von 6.11.2009 bis 15.01.2010 gezeigt und ist eine Kooperation der Friedrich-Wolf-Gesellschaft mit der Stadt Oranienburg.

Oktober 2009

22.-25. 10.


Jahrestagung der Kurt Tucholsky-Gesellschaft, in Kooperation mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft

"Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!"
           
Die Tagung findet in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin in Berlin-Mitte, Breite Straße, statt. Näheres über  Kosten, Programm und Zeitablauf können über die Internetseite www.tucholsky-gesellschaft.de eingesehen werden. 


 
 


 

Samstag, 17. 10.

10.00 Uhr
Mitgliederversammlung in der Orangerie, Kanalstraße 26 A, 16515 Oranienburg

 
 


 

Freitag, 02. 10.

ab 9.00 Uhr
Friedrich Wolf-Gedenklauf
 "Heraus aus den Klassenzimmer, so oft wie möglich"


 
 

Die Grundschule "Friedrich Wolf" wird wie in den vergangenen Jahren wieder ihren Gedenklauf durchführen. Über 200 Schüler der Klassenstufen 1 - 6 beteiligen sich mit einem Wettbewerb, der das gemeinsame Ankommen der einzelnen Gruppen zum Ziel hat.

September 2009

Freitag, 18. 09.

19.00 Uhr
Helmut Gollwitzer -  Eva Bildt
"Ich will dir schnell sagen, daß ich lebe, Liebster"


Briefe aus dem Krieg 1940 - 1945            

 
 

Helmut Gollwitzer lernte 1940 als Pfarrer der Bekennenden Kirche die Schauspielerin Eva Bildt kennen. Kurz darauf wurde er mit Redeverbot belegt und an die Front geschickt. In bewegenden Briefen berichten die Verlobten, die wegen der jüdischen Abstammung Eva Bildts nicht heiraten durften, wie sie im bombardierten Berlin und auf dem immer chaotischeren Rußlandfeldzug überleben. Eine Liebesgeschichte in den Zeiten von Krieg und Gewaltherrschaft, die von Widerstand und Zuversicht getragen ist, aber kurz vor Kriegsende doch tragisch endet.
Den Briefwechsel lesen Mitglieder des Vorstandes der Friedrich-Wolf-Gesellschaft.

Juni 2009

Dienstag 16.06.

11.00 Uhr

Friedrich Wolf. Deutscher Jude – Schriftsteller – Sozialist

 

 

Vorstellung des Buches von Henning Müller im Centrum Judicum

 

 

Die Vorstellung des Buches von Henning Müller »FRIEDRICH WOLF. Deutscher Jude – Schriftsteller – Sozialist« findet in der Neuen Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28 – 30 statt.

Für das Podiumsgespräch eingeladen sind Dr. Hermann Simon (Direktor des Centrum Judaicum), Prof. Dr. Thomas Naumann (Vorstandsmitglied der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und letzter noch lebender Sohn Friedrich Wolfs), Gerhard Hentrich (Verleger, Verlag Hentrich & Hentrich)  und Henning Müller (Autor der Wolf-Miniatur).

 

Sein antinazistisches Engagement war mitreißend erinnert sich Willy Brandt an Friedrich Wolf und an dessen damals weltbekanntes Drama Professor Mamlock. Friedrich Wolf bezeichnete sich als deutscher Jude, Schriftsteller, Sozialist. Weil er Kommunist war, dauerte in der alten Bundesrepublik seine geistige Vertreibung und Ausbürgerung nach 1945 an. In der DDR wiederum tat man sich schwer mit dem Juden Wolf. Unsere Edition stellt vor allem die jüdischen Traditionslinien im Werk Friedrich Wolfs und in seinen Lebens- und Gesellschaftsentwürfen vor. (Aus dem Klappentext)
Samstag, 06. 06.

14.30 Uhr
Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft


Der Vorstand und die Wolf-Familien laden herzlich ein in den Garten der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte zu guten Gesprächen bei Kaffee, Kuchen, Wurst und Wein. Musikalisch sorgt die „Oldie-Bande“ aus Oranienburg für Swing-Laune.
 

 

Das Programm gestalten Schüler der Grundschule „Friedrich Wolf“ aus Lehnitz.

 

 

Die Landschaftplaner Frau Hengge und Herr Beissert stellen das Freiraumkonzept „Krassin rettet Italia“ (nach einem Hörspiel von Friedrich Wolf) vor, welches in der Augustin-Sandtner-Straße in Oranienburg entsteht.

 

Die Moderation übernimmt der ehemalige Richter und von seinen Lesungen im Friedrich-Wolf-Haus gut bekannte Autor Rüdiger Warnstädt
 


Wie im Vorjahr lockt auch am 6. Juni eine Tombola und die Jüngsten können sich die Zeit mit Spielen vertreiben.
 

Mai 2009

Freitag, 15. 05.

19.00 Uhr
Dr. Hans Otto Bräutigam liest


„Ständige Vertretung“
 

  Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR wurde 1974 in der Hannoverschen Straße in Berlin eingerichtet. Die Voraussetzung wurde durch den Grundlagenvertrag von 1972 geschaffen. In den 80er Jahren leitete Hans Otto Bräutigam die diplomatische Einrichtung, die immer einen besonderen Status hatte. Er berichtet über seine ganz persönlichen Erinnerungen und beantwortet die Fragen des Publikums.

Der promovierte Jurist Hans Otto Bräutigam, geboren 1931, arbeitete ab 1962 im Auswärtigen Amt. 1989/1990 war er für kurze Zeit als deutscher UN-Botschafter in New York tätig. Manfred Stolpe berief ihn ins brandenburgische Kabinett. Dort leitete er bis 1998 das Ministerium für Justiz, Bundes- und Europaangelegenheiten. Bräutigam bekleidet diverse Ehrenämter.

April 2009

Freitag, 17. 04.

19.00 Uhr
„Verlorene Prozesse“


Meine Verteidigung in politischen Verfahren


Lesung mit Rechtsanwalt Friedrich Wolff
 

  Zu seinen Mandanten gehörten Erich Honnecker und Günter Guillaume, Walter Janka und Heinz Brandt, Globke und Oberländer, Alfred Neumann und Hans Modrow, Werner Großmann und Fritz Streletz, prominente und weniger bekannte Personen, Nazi- und Kriegsverbrecher ebenso wie Kaberettisten. Er war als Anwalt in der DDR und in der BRD tätig, in Frankreich, Großbritanien und in der Türkei. Um Mandate mußte er sich nie bemühen, man kam zu ihm. Wolff war verläßlich und korrekt, nicht auf Krawall aus und bescheiden.


Friedrich Wolff
, geboren 1922 in Berlin - Neukölln als Sohn eines jüdischen Arztes. Die ursprüngliche Absicht, Medizin zu studieren, wurde von den Nazis verhindert. Nach dem Krieg Eintritt in die KPD, Jura-Studium an der Humboldt-Universität, danach Amtsrichter und Anwalt seit 1953.

März 2009

Freitag, 13. 03.

19.00 Uhr
Dr. Klaus Schütz im Gespräch
„Israel – Spannungsfeld Nahost“
 
 


Klaus Schütz ist durch seine Mission als Botschafter in Israel in den Jahren 1987 – 1991 ein Kenner des Landes Israel und der Region Nahost. Er kann mit seinem Wissen einen Einblick in die Geschichte des Staates Israel geben. Durch seine vielfältigen Kontakte und Besuche wird Herr Schütz auf die aktuelle politische Lage eingehen.

 

Dr. Klaus Schütz, geboren 1926 in Heidelberg, ist seit über 50 Jahren Mitglied der SPD. Er war von 1967 bis 1977 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1977 bis 1981 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Israel. 1991 kehrte Klaus Schütz wieder nach Berlin zurück. Er engagiert sich ehrenamtlich in vielen Organisation u. a. ist er der Vorsitzende des Fördervereins der Gedenkstätte KZ-Sachsenhausen.

Februar 2009

Freitag, 06.02.
 
19.00 Uhr
Lore Krüger liest
„Mein Leben in meiner Zeit“

Autobiographische Aufzeichnung für meine Enkel
 
 


Lore Krüger hat sich in Ihrem 10. Lebensjahrzehnt an ihr zurückliegendes Leben erinnert. Ihr unveröffentliches Manuskript erzählt von ihrer Emigration, die von 1933 – 1946 durch die Länder England, Spanien, Frankreich, Trinidat und Amerika führte. Über ihren Lebensabschnitt Ende der 30iger Jahren: Internierung in Südfrankreich, Leben im Untergrund, Heirat des Spanienkämpfers Ernst Krüger (1895-1951), gemeinsame Flucht mit dem Schiff nach Übersee, Torpedierung des Fluchtbootes und erzwungener Aufenthalt in Trinidat, wird sie berichten. 1946 kehrten sie mit ihrer Familie nach Berlin und Deutschland zurück.

 


Lore Krüger, geboren 1914, lebt heute in Berlin-Mitte. Lore Krüger arbeitet viele Jahre als Übersetzerin im Aufbau-Verlag. Sie ist aktives Mitglied des Freundeskreises der Spanienkämpfer und Ehrenpräsidentin der FIR – Fédération Internationale des Résistants.

Dezember 2008

Sonntag, 07.12.

10.30 Uhr
Victor Klemperers Tagebücher
Walter Nowojski
stellt seine CD-ROM vor
 
Zu den Verdiensten des Literaturwissenschaftlers Walter Nowojski, Jahrgang 1931,  gehört die Herausgabe der Tagebücher von Victor Klemperer (1881-1960). In dieser Veranstaltung stellt Nowojski die CD-ROM vor, die die Tagebücher der Jahre 1933 -1945 enthält sowie den Bericht über das Schicksal von 320 Dresdner Juden, die Klemperer in seinen Tagebüchern erwähnt. Nach Studien u.a. in den Konzentrationslagern Auschwitz und Theresienstadt hat Nowojski die Biografie der Leidensgefährten Klemperers vervollständigt und auch die Peiniger namhaft gemacht.

Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Mittwoch, 10.12.

19.00 Uhr
„Unter dem Himmel Ostberlins“
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Juhani Seppovaara
 
Der finnische Autor und Fotograf Juhani Seppovaara, Jahrgang 1947, machte sich während zahlreicher Aufenthalte in den 1980er Jahren in Ostberlin ein eigenes Bild von der Stadt. In seinem Buch „Unter dem Himmel Ostberlins“ hat Seppovaara tragische, heitere und skurrile Geschichten – Momentaufnahmen der Illusionen und Befindlichkeiten im real existierenden Sozialismus – zusammengetragen. Sein Fazit: „Viele glauben, dass das Leben in Ostberlin grau war. Für mich war es bunt und interessant.“  Das Buch wurde 2007 mit dem finnischen Buchkunstpreis ausgezeichnet. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem be.bra Verlag.

„Café Sibylle“
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin-Friedrichshain
Freitag, 12.12.

20.00 Uhr
HÖRSPIELABEND - zum 120. Geburtstag von Friedrich Wolf

„Professor Mamlock“
Hörspiel des Berliner Rundfunks – Erstsendung am 8. November 1946
Buch und Regie: Friedrich Wolf
Sprecher: Paul Wegener, Heinrich Greif, Gerhard Bienert u.a.

Einführung: Paul Werner Wagner,
im Anschluss: Gespräch mit Prof. Dr. Hermann Haarmann, Freie Universität Berlin
 
Eine Gemeinschaftsveranstaltung der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und des Zeiss-Großplanetariums mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Rundfunkarchivs Potsdam.

Eintrittspreis: 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro

Zeiss-Großplanetarium
Prenzlauer Allee 80
10405 Berlin
Samstag, 13.12.

15.00 Uhr
Zum Gedenken Friedrich Wolfs aus Anlass seines 120. Geburtstages lädt die Region Neuwied der Friedrich-Wolf-Gesellschaft zu einer

literarisch/musikalischen Lesung in den Seniorentreff der AWO Heimbach-Weis,
Weiser Bach (neben Feuerwehrgerätehaus) herzlichst ein.

Liebe Freunde und Interessenten von/an Friedrich Wolf:
Dies ist eine etwas außergewöhnliche Einladung zu einer etwas außergewöhnlichen Zeit -mitten im Advent. Aber Friedrich Wolf wurde nun mal am Vorabend des „Heiligen Abends“ 1888 am Neuwieder „Louisenplatz“ in einem gutbürgerlichen jüdischen Elternhaus geboren.
Aus ihm wurde ein aufopfernder „Armenarzt“ im Hohenzollerischen Hechingen sowie in der Schwabenmetropole Stuttgart und einer der bekanntesten und meistgespielten Autoren und Dramatiker der Weimarer Republik, der einer der ersten und konsequentesten Nazi-Gegner in Deutschland war und deshalb schon 1933 vor dem Nazi-Regime ins Exil flüchten musste, aus dem er erst wieder 1945 zurückkehren durfte.
Wolfs Leben und Werk ist hinreichend bekannt. Wer alles über ihn erfahren möchte, hat im Zeitalter des Internets (Google-Suche) alle virtuellen Möglichkeiten oder man kann die Homepage der Friedrich Wolf-Gesellschaft e.V. aufsuchen, um sich gut über Leben und Werk Wolfs zu informieren.


 
Der Eintritt ist frei, es wird aber um eine Spende zur Deckung der Veranstaltungskosten gebeten.
Bei Erzielung eines Reinerlöses wird dieser der Friedrich-Wolf-Gesellschaft zum Unterhalt der gesellschaftseigenen Friedrich-Wolf-Gedenkstätte in Lehnitz/Oranienburg als Spende zur Verfügung gestellt.

Seniorentreff der AWO Heimbach-Weis,
Weiser Bach (neben Feuerwehrgerätehaus)

Nähere Informationen über das Programm können sie der pdf Datei »
entnehmen

November 2008

LEHNITZER GESPRÄCH
Freitag, 28.11.

18.00 Uhr
Schicksal Exil
Paul Werner Wagner  im Gespräch mit Gabriel Bach
 
Gabriel Bach, Jahrgang 1927, wurde in Halberstadt als Sohn des Generaldirektors der „Hirsch Kupfer- und Messingwerke“ geboren. Er wuchs in Berlin-Charlottenburg auf und  besuchte die Theodor-Herzl-Schule. Im Oktober 1938 emigrierte die Familie nach Amsterdam. Einen Monat vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Holland floh sie nach Palästina.
Gabriel Bach studierte Jura und wurde Staatsanwalt. 1961 war er der stellvertretende Ankläger im Prozess gegen Adolf Eichmann. Von 1982 bis zu seiner Pensionierung 1997 arbeitete er als Richter am Obersten Gerichtshof in Israel.   
 
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Samstag, 22.11.

14.00 Uhr
Kulinarische Reise in den Kräutergarten
Mit dem Berliner Kräutermann Günter Krummheuer
 
Günter Krummheuer bietet ein attraktives Menü mit Spezialitäten aus heimischen Gemüse und Kräutern. Er gibt Auskunft über die Wiederentdeckung der Kräuter, Anregungen für eine naturorientierte abwechslungsreiche Küche und Tipps zum eigenen Anbau von Kräutern und Gemüse. Nach dem Motto „Für jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“, plädiert er für eine natürliche und gesunde Ernährung ganz im Sinne des Arztes Friedrich Wolf.

Kostenbeitrag für das Menü: 10,00 Euro.
Anmeldung bitte bis 18.11.2008 an: Friedrich-Wolf-Gedenkstätte,
Telefon: 03301-524480, Fax: 03301-578788 oder E-Mail: kontakt@friedrichwolf.de .

Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Mittwoch, 19.11.

19.00 Uhr
Friedrich Paulus und das Trauma von Stalingrad
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Dr. Torsten Diedrich
 
Der Militärhistoriker Torsten Diedrich, Jahrgang 1956,  hat jahrelang über den bekanntesten und umstrittensten deutschen Heerführer des Zweiten Weltkriegs geforscht. Im Schöningh-Verlag erscheint demnächst als Ergebnis seiner Arbeit eine fesselnde Biografie über den Generalfeldmarschall – die erste vollständige Darstellung von Paulus’ Lebensweg. Torsten Diedrich räumt mit vielen Vorurteilen auf und gibt Einblicke in das Denken und Handeln eines Mannes, der deutsche Geschichte mitschrieb und dabei zu einer tragischen Figur wurde.

„Café Sibylle“
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin-Friedrichshain
linie

Oktober 2008

Dienstag, 14.10.

18.30 Uhr
Intelligent investieren in Kultur – Chancen und Risiken 
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Dr. Cornelia Dümcke
 
Cornelia Dümcke ist selbständig als Kulturökonomin und Projektentwicklerin tätig. Sie gründete 1991 das Büro CULTURE CONCEPTS mit Sitz in Berlin. CULTURE CONCEPTS  ist eine unabhängige Forschungs- und Beratungsorganisation, spezialisiert auf die strategische und ganzheitliche Beratung in kultur- und stadtentwicklungsrelevanten Zusammenhängen. Cornelia Dümcke beobachtet den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel und entwickelt kreative Projekte und Initiativen im Kultur- und Freizeitbereich.

Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Donnerstag, 02.10.

10.00 Uhr
Gedenklauf der Schülerinnen und Schüler
der Grundschule „Friedrich Wolf“ in Lehnitz zu Ehren von Friedrich Wolf

 
Start: Grundschule „Friedrich Wolf“, Dianastraße 13, 16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Ziel: Friedrich-Wolf-Gedenkstätte, Alter Kiefernweg 5,16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
Mittwoch, 01.10.

19.00 Uhr
Über den Dramatiker Friedrich Wolf
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Prof. Dr. Ernst Schumacher
 
Der bekannte Theaterwissenschaftler und Kritiker Ernst Schumacher, Jahrgang 1921, lernte Friedrich Wolf noch persönlich kennen. Viele Stücke Wolfs hat er in unterschiedlichen Inszenierungen auf der Bühne gesehen. Welche Wirkung ging von ihnen aus? Ist der Dramatiker Friedrich Wolf heute noch zeitgemäß und spielbar? Wie war Friedrich Wolfs programmatische Losung „Kunst ist Waffe“ gemeint?

„Café Sibylle“
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin-Friedrichshain
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September 2008

28.09

10.30 Uhr
„Treibeis am Jenissei“
           
Walter Ruge
liest aus seiner Autobiografie
 
In „Treibeis am Jenissei“ schildert der 93-jährige Autor ungewöhnliche Geschichten aus Deutschland, Russland und den sibirischen Lagern. Walter Ruge, Jahrgang 1915, emigrierte 1933 in die Sowjetunion. 1941 wurde er als „Feind des Volkes“ verhaftet und zu zehn Jahren Arbeitsstraflager verurteilt. Dem Lager folgte die Verbannung – ebenfalls in Sibirien. Dort fand er seine große Liebe: Irina Alferova. 1958 kehrte er mit ihr in die DDR zurück. Walter Ruge arbeitete als Fotograf und Schauspieler bei der DEFA.

Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Oranienburg/ OT Lehnitz
linie

Juli 2008

FRIEDRICH WOLF SOMMERWOCHE 2008

Eine Veranstaltungsreihe des Literaturforums im Brecht-Haus in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Wolf-Gesellschaft und dem Kino TONI. Mit freundlicher Unterstützung der Wall AG.

Kino TONI am Antonplatz, Max-Steinke-Str. 43, 13086 Berlin-Weißensee, Tel.: 030/9279120-0

Dienstag, 15. Juli

20.00 Uhr

„Professor Mamlock“
, sowjetischer Spielfilm, 1938
Nach dem Bühnenstück von Friedrich Wolf
Drehbuch: Friedrich Wolf, Herbert Rappaport, Adolf Minkin
Regie: Adolf Minkin/Herbert Rappaport
Einführung: Paul Werner Wagner
 
Diese erste Verfilmung des Theaterstücks von Friedrich Wolf ist thematisch wie künstlerisch anspruchsvoll. Der Film hatte am 5. September 1938 in Leningrad Premiere und war erst im November 1947 in Deutschland zu sehen.
Eintritt: 6,00 €
Donnerstag, 17. Juli

20.00 Uhr
„Professor Mamlock“, DEFA-Spielfilm, 1961
Drehbuch: Karl Georg Egel und Konrad Wolf
Regie: Konrad Wolf
Einführung: Paul Werner Wagner
Nach der Filmvorführung Gespräch mit Hilmar Thate,
dem Darsteller des Rolf Mamlock
 
Im Gegensatz zur sowjetischen Verfilmung von 1938, in der die gesellschaftliche Dimension im Vordergrund steht, betont die DEFA-Verfilmung das individuelle Schicksal von Professor Mamlock stärker. Der Film erhielt mehrfach internationale Auszeichnungen.
Eintritt: 6,00 €
Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin-Mitte, Tel.: 030/2822003
 
Montag, 21. Juli

20.00 Uhr
Zur Aktualität des Werkes von Friedrich Wolf

Paul Werner Wagner im Gespräch mit Hans Wall,
Prof. Dr. Hermann Haarmann und Prof. Dr. Thomas Naumann
 
Friedrich Wolf ist in der bundesdeutschen Kulturlandschaft mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Kann Friedrich Wolf neu entdeckt werden? Was hat er uns heute zu sagen? Darüber sprechen: Hermann Haarmann (Professor für Kommunikationsgeschichte an der FU Berlin und anerkannter Exilforscher), der Berliner Unternehmer Hans Wall (Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft) und Thomas Naumann (Professor für Physik), der jüngste Sohn Friedrich Wolfs.
Dienstag, 22. Juli

20.00 Uhr
Neuwied und Lehnitz 1988 – ein unbeachtetes Kapitel
deutsch-deutscher Kulturpolitik

Dr. Klaus Höpcke, Dr. Henning Müller, Dieter Melsbach
Moderation: Eberhard Reimann
 
Ein Jahr vor dem Herbst 1989 kam es im Geburtsort von Friedrich Wolf in Neuwied am Rhein zu einer gemeinsamen deutsch-deutschen Ehrung des Dichters, Revolutionärs und Arztes. Drei damals maßgeblich Beteiligte an dem DDR-BRD-Kulturprojekt schauen im Abstand von 20 Jahren zurück auf die Friedrich-Wolf-Ehrung: Klaus Höpcke (damals stellvertretender Kulturminister der DDR), Henning Müller (Westberliner Wolf-Forscher) und Dieter Melsbach (damals Leiter der Volkshochschule in Neuwied).
Mittwoch, 23. Juli

20.00 Uhr
Kunst und Natur –  Friedrich Wolf zwischen
Naturheilmedizin, Künstlerleben und
Lebensreformbewegung

Dr. Florentine Fritzen, Berit Müller, Dr. Adolf Vees
Moderation: Prof. Dr. Dietger Pforte
 
Die Publizistin Florentine Fritzen (FAZ), die Enkeltochter Heinrich Vogelers, Berit Müller, und der Hechinger Arzt Adolf Vees verfolgen die Lebensspuren von Friedrich Wolf in den 1920er Jahren.
Donnerstag, 24. Juli

20.00 Uhr
Friedrich Wolfs „Professor Mamlock“ im Film
           
Prof. Dr. Hermann Haarmann, Prof. Dr. Oksana Bulgakowa
und Dr. Günter Agde
Moderation: Paul Werner Wagner
 
Der Germanist und Wolf-Kenner Hermann Haarmann und die Filmhistoriker Oksana Bulgakowa und Günter Agde betrachten die Mamlock-Filme von 1938 und 1961 aus heutiger Sicht.
Freitag, 25. Juli

20.00 Uhr
Tiererzählungen von Friedrich Wolf
gelesen von Stefan Lisewski
 
Friedrich Wolf war ein großer Naturliebhaber und Tierfreund. Seine Tiererzählungen sind meisterhafte Schilderungen vom Zusammenleben von Mensch und Tier. Der bekannte Brecht-Schauspieler Stefan Lisewski liest die schönsten Tiergeschichten.

Eintritt je Veranstaltung: 5,00 €     ermäßigt: 3,00 €

Projektleitung: Paul Werner Wagner
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Juni 2008

7. Juni 

14.30 Uhr
Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft


 
Der Vorstand der Friedrich-Wolf-Gesellschaft lädt Mitglieder und Freunde zu einem unterhaltsamen Nachmittag in die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte ein. Es erwarten Sie ein anregendes Programm, Spiel- und Bastelangebote für Kinder, ein interessanter Büchertisch sowie Speisen und Getränke. 
14. Juni 

15.00 Uhr
Elfriede Brüning liest

„Werter Genosse Kulturminister ... “  Briefwechsel mit Weggefährten und anderen
 
Elfriede Brüning ist der Friedrich-Wolf-Gesellschaft freundschaftlich verbunden und es ist Tradition, dass sie ihre neuen Veröffentlichungen in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte vorstellt. Die Autorin, geboren 1910, ist Roman-, Kinderbuch- und Fernsehspielautorin. Ihre neueste Publikation ist eine interessante Auswahl aus ihren lebenslangen Korrespondenzen.
28. Juni 

15.00 Uhr
Thomas B. Goguel liest aus

„Rufmord und Medienopfer –  die Verletzung der persönlichen Ehre“
Herausgeber: Christian Schertz und Thomas Schuler
 
In der modernen Mediengesellschaft kann mit gezielt gestreuten Gerüchten, aufgebauschten Nebensächlichkeiten oder falschen Tatsachenbehauptungen das Ansehen eines Menschen schnell beschädigt oder gar zerstört werden. In einem Kapitel des Sammelbandes erläutert Thomas Goguel erläutert den Medienfall Gröllmann/Mühe.
Thomas B. Goguel, geboren 1948, volontierte beim Berliner Verlag und studierte Philosophie in Berlin. Von 1974 bis 1990 war er im diplomatischen Dienst der DDR tätig. In den folgenden Jahren war er als Manager bei der Mannheimer AG Holding tätig. Seit 2004 arbeitet er als freier Publizist in Berlin.
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Mai 2008

10. Mai

15.00 Uhr
Franz Alexander Kunz liest

antifaschistische Texte Friedrich Wolfs
Zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennung
 
Mit dieser Veranstaltung erinnert die Friedrich-Wolf-Gesellschaft an die Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz am 10. Mai 1933. Im Zuge der Aktion „Wider den undeutschen Geist“ übergaben deutsche Studenten Werke von jüdischen, kommunistischen und pazifistischen Schriftstellern den Flammen. Auf der Liste der verbotenen Autoren stand auch der Name Friedrich Wolfs. An diesem Nachmittag wird der Schauspieler Frank Alexander Kunz Texte des Dichters vortragen, die von dessen antifaschistischer Geisteshaltung und von seinem politischen Engagement Zeugnis ablegen.
Frank Alexander Kunz, geboren 1968, ist Schauspieler und ein gefragter Sprecher für Hörspiele und Hörbücher. Als Fernsehdarsteller wirkte er in den TV-Serien Polizeiruf 110 und Wolfs Revier mit.
24. Mai

15.00 Uhr
Monika Melchert liest

„Mit Kafka im Café. Die schönsten Szenen bei Anna Seghers. Ein Leseverführer“ 
Eine Hommage zum 25. Todestag von Anna Seghers
 
Monika Melcherts Buch bietet einen Längsschnitt durch das gesamte Schaffen von Anna Seghers, einer der bedeutendsten deutschsprachigen Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts. Ein kurzer Ausschnitt aus Seghers’ Werken bildet den Einstieg in eine beschwingte Wanderung durch ihre besten Texte. Hauptmotive und Verbindungslinien zwischen den verschiedenen Teilen des literarischen Gesamtschaffens werden kenntlich gemacht, darunter so berühmte und symbolträchtige Motive wie das vom siebten, leergebliebenen Kreuz.
Dr. Monika Melchert, geboren 1953, Literaturwissenschaftlerin und Autorin, lebt in Berlin und arbeitet hier im Auftrag der Akademie der Künste in der Anna-Seghers-Gedenkstätte und der Brecht-Weigel-Gedenkstätte.
Sie ist Herausgeberin der Buchreihe „Spurensuche. Vergessene Autorinnen wiederentdeckt“.
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April 2008

6. April

10.30 Uhr
Jörg Bundschuh liest

„Untergang eines Esels“ und „Verwandlung eines Esels“
von Prof. Dr. Gerhard Bundschuh
 
Das historisch-literarische Zeitdokument erzählt in zwei Bänden einfühlsam die Geschichte eines einohrigen Knaben, der – durch sein Stigma geprägt – zum aufmüpfigen Bürger in der DDR mutiert. Er nimmt die Weissagungen von Partei und Regierung ernst und fordert sie ein: Darin besteht sein Verhängnis!

Der Autor Prof. Dr. Gerhard Bundschuh, geboren 1934, arbeitete als erfolgreicher Arzt und Gerichtsmediziner an der Charité. Nach Beendigung seines Berufslebens fand er Muße, sich seiner schriftstellerischen Leidenschaft zu widmen. Sein Sohn Jörg Bundschuh, geboren 1964, ist Film- und Fernsehschauspieler. 
22. April

19.30 Uhr
„Lehnitzer Gespräche“

Kindheit im Exil - Edzard Reuter im Gespräch mit dem Literatur- und Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner
 
Diese Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Gesprächsreihe, in der prominente Persönlichkeiten aus Politik, Kultur und Wirtschaft individuell zu Leben und Werk befragt werden.

Der Sohn des populären sozialdemokratischen Politikers und legendären Regierenden Bürgermeisters von Berlin (West), Ernst Reuter, verbrachte mit seinen Eltern von 1935 bis 1946 den größten Teil seiner Kindheit im türkischen Exil. Nach seiner Rückkehr nach Berlin studierte er Mathematik und Physik an der Humboldt-Universität und in Göttingen, 1949 wechselte er zur juristischen Fakultät der neu gegründeten Freien Universität Berlin. 1955 legte Edzard Reuter das Große Staatsexamen ab, blieb als Assistent drei Jahre an der Universität und war bis 1962 als Prokurist bei der UFA tätig. Danach gehörte er der Geschäftsleitung der Bertelsmann Fernsehproduktion München an. 1964 holte ihn Hanns Martin Schleyer in die Geschäftsleitung von Daimler-Benz, deren Vorstandsvorsitzender er von 1987 bis 1995 war. Die Stadt Berlin ernannte Edzard Reuter 1998 zum Ehrenbürger. Er ist seit 1946 Mitglied der SPD.
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März 2008

6. März

19.30 Uhr
Berliner Donnerstag – Egon Günther im Gespräch

„Über Literatur im Film und meine Begegnungen mit Konrad Wolf“

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Künstlerklub DIE MÖWE
im Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, Berlin-Mitte

Moderation: Paul Werner Wagner
 
Egon Günther, geboren 1927, gehört zu den bedeutendsten deutschen Regisseuren. Von 1958 bis 1978 gehörte er der DEFA als Dramaturg und Regisseur an. Mit seinem Regiekollegen Konrad Wolf verband ihn ein vertrauensvolles freundschaftliches Verhältnis.

Als Regisseur erhielt er u.a. folgende Auszeichnungen: 1972 einen Nationalpreis 2. Klasse und den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals von Karlovy Vary für den Film "Der Dritte", 1983 den Adolf-Grimme-Preis für die Literaturverfilmung "Exil", 1990 den FIPRESCI-Preis der Berlinale für "Wenn du groß bist, lieber Adam" sowie 1999 den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises in Gold für sein Gesamtwerk. Sein letzter großer Kinofilm war
Die Braut“ mit Veronica Ferres im Goethejahr 1999.

Egon Günther war Mitglied der SED und des Schriftstellerverbandes der DDR.
15. März

10.30 Uhr
Cornelia Bera liest

„Das Leben warf mich durch die Welt ... “

Friedrich Wolf – Dichter, Arzt und Kommunist
 
Dem Leben und Wirken von Friedrich Wolf widmet sich Cornelia Bera in ihrer Lesung. Im Mittelpunkt stehen seine Publikationen. Neben Gedichten und Fabeln wählte sie die Erzählung „Der Käfig in der Nachtigall oder Vom Segen des Verbrechens“ aus. Literarisches war bei Wolf stets eng mit dem politischen Wirken verbunden. Das betonte er auch in seinem Essay „Arbeitstechnik eines Schriftstellers“: „... weil ich überhaupt nicht schreiben könnte, ohne mitten ’in der Zeit’ zu leben“. Viele seiner Veröffentlichungen überraschen beim Lesen durch ihre Aktualität.

Die Gartenbauingenieurin Cornelia Bera, geboren 1959, arbeitet seit 2003 als Autorin und verfasst Märchen, Gedichte und Geschichten für große und kleine Leser. 2006 erschien ihr erstes Buch „Ach, du liebes Rumpelkäppchen“. Sie ist mit „Literarischen Lesungen“ über Hans Christian Andersen, Kurt Tucholsky und Alexander S. Puschkin in Berlin und Brandenburg unterwegs.

Februar 2008

2. Februar

15.00 Uhr
Hans Modrow liest

„In historischer Mission. Erinnerungen eines Staatsmanns“
 
Am Ende seines achten Lebensjahrzehnts – Hans Modrow wird im Januar 2008 achtzig – blickt der (ostdeutsche) Staatsmann auf sein Leben als Politiker zurück. In seinem Buch erinnert er sich an brisante Begegnungen, folgenreiche Gespräche und interessante Persönlichkeiten. Er beschreibt Personen der Zeitgeschichte, die im Laufe seines Lebens kennen lernte: als FDJ- und SED-Funktionär, als DDR-Ministerpräsident und als PDS-Ehrenvorsitzender. Seine Personengeschichten sind Politikgeschichte.

Hans Modrow, geboren 1928, war von November 1989 bis März 1990 Vorsitzender des Ministerrates der DDR. Später war er Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. Er war Ehrenvorsitzender der PDS.
22. Februar

19.00 Uhr
Diether Dehm liest

„Bella ciao“
 
Das Lied der italienischen Partisanen „Bella ciao“ bestimmt den menschlichen Gehalt des Romans. Der Roman erzählt eine Geschichte von Liebe und Widerstand und vom Kampf der Partisanen gegen Hitler und Mussolini.

Wir lernen die – links umstrittene – aber nachvollziehbare Liedadaption von Dieter Dehm kennen. Nachvollziehbar, weil im Roman klar wird, dass Partisanen nicht nur Helden sind, sondern Menschen mit ihren Leidenschaften, Ängsten und Sorgen um die eigene Familie. Für Anhänger eines kämpferischen Antifaschismus ist Dieter Dehms Partisanenroman ein Muss. Der Autor wird während der Lesung musikalisch begleitet.

Diether Dehm, geboren 1950, ist Musikproduzent, Texter und Komponist. Er veröffentlichte über 600 Lieder, unter anderem mit und für Klaus Lage, Anne Haigis, Heinz Rudolf Kunze und Udo Lindenberg. Seit 2005 ist er europapolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag. Dieter Dehm ist Landesvorsitzender der Linkspartei Niedersachsen und Mitglied in der VVN/ Bund der Antifaschisten.

Januar 2008

11. Januar

19.00 Uhr
 Manfred Kuhnke liest

„Die Hampels und die Quangels. Authentisches und Erfundenes in Hans Falladas letztem Roman“

Wie aus einer Gestapoakte Hans Falladas letzter Roman „Jeder stirbt für sich allein“ wurde.
 
Seinen letzten Roman "Jeder stirbt für sich allein" hat Hans Fallada nach authentischen Ereignissen und auf der Grundlage von Gestapoakten geschrieben. Das Schicksal von Otto und Elise Hampel verwandelte er in die aufregende Geschichte von Otto und Anna Quangel, ihrem Kampf und ihrem Tod.

„Die Hampels und die Quangels“ ist ein Buch der Hans-Fallada-Forschung. Es untersucht erstmals durch den Vergleich des erschütternden Tatsachenmaterials mit der künstlerischen Fiktion den literarischen Entstehungsprozess von Falladas letztem Roman. Dadurch sind nicht nur Einblicke in Falladas Schriftstellertätigkeit zu gewinnen, sondern es werden auch seine Verstrickungen in die sich herausbildenden Machtstrukturen der Nachkriegszeit in Deutschland sichtbar.

Der Autor des Buches, Manfred Kuhnke, ist durch seine langjährige Tätigkeit in der Hans-Fallada-Gedenkstätte in Carwitz ein profunder Kenner des Dichters.
27. Januar

14.00 Uhr
Veranstaltung in der Gedenkstätte KZ-Sachsenhausen

„Kinderhäftlinge im KZ-Sachsenhausen“ 
 
Wie in den vergangenen Jahren werden sich Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft an der Veranstaltung anlässlich des nationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus beteiligen, die in diesem Jahr in der Gedenkstätte KZ-Sachsenhausen an die Opfergruppe „Kinderhäftlinge“ erinnert. Anschließend wird am zentralen Gedenkort „Station Z“ eine Kranzniederlegung stattfinden.

Veranstaltungsort: Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, Straße der Nationen 22, 16515 Oranienburg


Dezember 2006

 

9. Dezember

15.00 Uhr

Dr. Bernd Bauske liest

„Der Krummhofbauer und andere Dorfgeschichten“

 

von Adam Scharrer

 

Adam Scharrer (1889 - 1948) schrieb zumeist autobiografisch und volkstümlich aus der Sicht der unteren Gesellschaftsklassen. Adam Scharrer hatte schon 1916 Kontakt zu revolutionären Kriegsgegnern. Enttäuscht von der sozialdemokratischen Zustimmung zu den Kriegskrediten trat er gegen Ende des Ersten Weltkrieges in den Spartakusbund ein. Die Weimarer Zeit war, wie für viele, auch für ihn eine Zeit der Arbeitslosigkeit und des politischen Engagements in der kommunistischen Arbeiterbewegung. 1925 veröffentlichte Adam Scharrer anonym seine erste Erzählung. 1933 musste er emigrieren und lebte einige Zeit in Peredelkino bei Moskau – in der Nachbarschaft von Else und Friedrich Wolf.

 

Die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte besitzt ein Widmungsexemplar „Für Koni 18.8.39“ der vorgestellten Erzählungen.

   

7. Dezember

19.30 Uhr

Berliner Donnerstag Ingrid Scharfschwerdt trägt vor

Liegen und lauschen und …säumen

die lange Nacht – Ob sie einander verstehen?

 

eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Künstlerklub DIE MÖWE

im Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, Berlin-Mitte

 

Die Schauspielerin und Sängerin Ingrid Scharfschwerdt liest aus Texten von Friedrich Wolf: Sie trägt einen bunten, vorweihnachtlichen Reigen von Kurzgeschichten, Gedichten und Prosastücken vor.

 

Ingrid Scharfschwerdt geboren 1941 in Hohen Neuendorf bei Berlin, arbeitete viele Jahre mit ihrem Kollegen und Lebensgefährten Gerhard Fiebig als freie Tourneekünstlerin sowie mit festen Theaterengagements u.a. an den Bühnen Anklam und Neustrelitz. Von 1991 bis 2005 leitete sie die Edener Heimatbühne.

   

3. Dezember

15.00 Uhr

Weihnachtsfeier im Kino Toni & Tonino, Berlin

„Die Weihnachtsgans Auguste“, Fernsehfilm

nach der gleichnamigen Erzählung von Friedrich Wolf

DDR 1987/88

 

Im Jahre 1988 hatte der Fernsehfilm „Die Weihnachtsgans Auguste'“ im DDR-Fernsehen Premiere: Kammersänger Löwenhaupt kauft schon im November eine Gans, um zu Weihnachten einen guten Braten essen zu können – die Weihnachtsgans Auguste. Doch die gesamte Familie freundet sich mit der Gans an, so dass zum Schluss das Selbstverständlichste passiert: Keiner will die Gans schlachten und den Braten essen. Nur der Herr Kammersänger versucht, ein starker Mann zu sein, mit dem Ergebnis: Auch er schafft es nicht. So bleibt Auguste in der Familie und wird Spielkameradin der Kinder.

 

Regie: Bodo Fürneisen, Darsteller: Barbara Dittus, Dietrich Körner, Gudrun Ritter, Heide Kipp, Johanna Schall, Käthe Reichel, Peter Bause, Stefanie Stappenbeck, Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme (Potsdam Babelsberg)

   

2. Dezember

15.00 Uhr

Tessy Bortfeldt und Klaus-P. Anders lesen

„Frühes Licht und späte Schatten. Das Leben der Marie Goslich –

eine preußische Biografie“

 

von Tessy Bortfeldt

 

Die außergewöhnliche Lebensgeschichte der Pädagogin, Journalistin und Fotografin Marie Goslich (1858 - 1936) bildet den Schwerpunkt des Buches. Trotz einer ausgezeichneten Bildung und Begabung ist Marie Goslich an die einschränkende preußische Lebensart gebunden. Deshalb kämpft sie um materielle, geistige und emotionale Selbstständigkeit. Sie arbeitet als Gouvernante in höfischen Kreisen in Berlin, später ist sie Mitarbeiterin der „Preußischen Jahrbücher“ und schließlich Chefredakteurin einer christlichen Frauenzeitschrift in Potsdam. Ihre realistischen Fotografien geben einen dokumentarischen Einblick in das Arbeitsleben der einfachen Leute, der Schicht, der sie sich nach einer gescheiterten Ehe zugehörig fühlt.1936 wird sie als frühes Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie umgebracht.

Der Verleger Klaus-P. Anders (Märkischer Verlag, Potsdam) und die Autorin Tessy Bortfeldt werden gemeinsam die Buchpräsentation gestalten.

   

November 2006

 

5. November

10.30 Uhr

Käthe Reichel liest

„Windbriefe an Herrn b.b.“

 

Die bedeutende und auf vielen Bühnen gefeierte Schauspielerin Käthe Reichel überreicht uns mit „Windbriefe an Herrn b.b.“ ein Buch von ungewöhnlicher Zivilcourage und poetischer Fantasie. Es enthält Erfahrungen eines langen, schweren und schönen Lebens. Die Autorin stellt Fragen nach dem Sinn unseres Menschlichseins: schreiend, still, behutsam und poesievoll. Käthe Reichel schreibt ihrem Lehr- und Theater-Meister Bertolt Brecht ihre fiktiven Briefe. Sie sind Ausdruck der Wut, der Ratlosigkeit, der heiteren Erinnerung und der Hoffnung – Briefe, die in den Wind gestreut werden, um die Menschen aufzurütteln zur Vernunft.

 

Käthe Reichel, geboren 1926 und aufgewachsen in einer Berliner Hinterhofwohnung, wurde 1950 von Bertolt Brecht entdeckt und an das Berliner Ensemble geholt. Seitdem stand sie in zahlreichen Rollen auf verschiedenen Bühnen. Sie war 34 Jahre lang Ensemble-Mitglied des Deutschen Theaters Berlin und spielte in vielen Filmen, u. a. in „Die Legende von Paul und Paula“, „Die Verlobte“ und „Levins Mühle“.

   

2. November

19.30 Uhr

Berliner Donnerstag – Paul Werner Wagner befragt

Markus Wolf und Thomas Naumann – ein Gespräch über den Vater      Friedrich Wolf

 

eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Künstlerklub DIE MÖWE

im Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, Berlin-Mitte

 

Moderation: Paul Werner Wagner

 

Markus Wolf, geboren 1923, war das erste Kind von Friedrich und Else Wolf. Thomas Naumann, geboren 1953, ist das letzte Kind Friedrich Wolfs. Beide Söhne werden im Gespräch mit Paul Werner Wagner ihre persönliche Sicht auf den Vater erläutern. Sie stehen für Fragen zur Verfügung und werden einen von ihnen ausgewählten Text des Vaters lesen.

 

Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner, geboren 1948, ist Vorstandsvorsitzender des Künstlerklubs DIE MÖWE und der Emanuel-Lasker-Gesellschaft.

   

Oktober 2006

 

29. Oktober

Remscheider Röntgenlauf

 

Zu Ehren von Wilhelm Conrad Röntgen findet jedes Jahr ein Lauf in unterschiedlichen Distanzen durch die Stadt Remscheid statt. Mitglieder der Friedrich-Wolf-Gesellschaft nehmen an dem Lauf teil, weitere Läufer sind herzlich willkommen.

   

20. - 22. Oktober

Friedrich-Wolf-Tage in Worpswede

in Kooperation mit der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft e.V. und dem Niels-Stensen-Haus

Begleitendes Symposium zum Thema „Das neue Leben beginnt – Lebensreform und Kunst aus dem Geist der konkreten Utopie“

   

14. Oktober

15.00 Uhr

Wilfried Kugel liest

„Der Reichstagsbrand. Wie Geschichte gemacht wird“

von Alexander Bahar und Wilfried Kugel

 

Am 27. Februar 1933 brannte das Reichstagsgebäude in Berlin. Seitdem ist die Kontroverse um die Urheberschaft des Brandes nie mehr abgebrochen. Der Diskurs vollzog sich indes bis 1990 ohne Kenntnis der 50 000 Seiten Original-Akten, die in Moskau (ab 1982 in Ost-Berlin) unter Verschluss lagen. Unter erstmaliger umfassender Auswertung dieser Akten (Feuerwehr- und Polizeiberichte, Vernehmungsprotokolle der Voruntersuchung, brandtechnische Gutachten, Anklageschriften etc.) legen die Autoren eine minutiöse und äußerst spannende Rekonstruktion des Brandverlaufes vor – mit zum Teil überraschenden Resultaten. Fazit der Autoren: Alle dokumentierten Fakten weisen auf die Nazis als Urheber des Brandes hin.

 

Dr. Wilfried Kugel, geboren 1949, hat Physik und Psychologie studiert und über den Schriftsteller Hanns Heinz Ewers promoviert. Von 1989 bis 1991 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut. Er leitete von 1997 bis 2000 ein Forschungsprojekt am Fachbereich Physik der FU Berlin. Wilfried Kugel forscht und veröffentlicht in den Bereichen Naturwissenschaften, Literatur, Geschichte, Film sowie Psychologie.

   

5. Oktober

19.30 Uhr

Berliner Donnerstag Heinz Kersten referiert

„Mehr als Theater. Kritikerblicke auf Ostberliner Bühnen 1973 – 1990“

 

eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Künstlerklub DIE MÖWE

im Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, Berlin-Mitte

 

Moderation: Paul Werner Wagner

 

Heinz Kersten gehört zu den wenigen westdeutschen Kritikern, die regelmäßig Ostberliner Inszenierungen rezensierten. Dabei galt seine Aufmerksamkeit nicht nur den Arbeiten renommierter Regisseure und Dramatiker. Regelmäßig gesendet wurden seine Rezensionen am Morgen nach der Premiere als „Frühkritik“ im RIAS Berlin sowie von verschiedenen Radiosendern in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz. Außerdem erschienen sie in zahlreichen regionalen und überregionalen Printmedien.

 

Der Literatur- und Kulturwissenschaftler Paul Werner Wagner, geboren 1948, ist Vorstandsvorsitzender des Künstlerklubs DIE MÖWE und der Emanuel-Lasker-Gesellschaft.

 

Der Abend bildet den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe der Friedrich-Wolf-Gesellschaft in Kooperation mit dem Berliner Künstlerklub DIE MÖWE: An jedem ersten Donnerstag im Monat finden hier fortan Lesungen oder Filmgespräche zu ausgewählten Themen statt.

   

September 2006

 

29. September

Gedenklauf der Grundschule „Friedrich Wolf“ Lehnitz zu Ehren von Friedrich Wolf

   

16. September

15.00 Uhr

Frank Alexander Kunz liest

Peter Hacks „Die Gräfin Pappel“,  inszeniert von Gerda Zschiedrich

 

Der Prosatext des Dichters erzählt von dem Machtanspruch einer gierigen Pflanze. Von niederer Herkunft, hat sie den Willen, die ganze Welt zu besiedeln. Auch im Persönlichen behauptet die Pappel sofortigen Besitz auf Philibert, den Baumschulisten, und fordert die Ehe mit ihm ein, nur weil er ihr einst behilflich war im Kampf gegen ein einhörniges Schwein. Seitdem ist er auf der Flucht und erfährt sehr viel über Liebe, Treue und Verrat. Die feinhumorige, hintergründige Geschichte ist eine Metapher dafür, wie persönliche Machtgier alle schönen Fantasien und vielschichtige Zartheiten auf unserem Erdball verwelken lässt ...

Frank Alexander Kunz, geboren 1968, ist Schauspieler und ein gefragter Sprecher für Hörspiele und Hörbücher. Als Fernsehdarsteller wirkte er in den TV-Serien Polizeiruf 110 und Wolfs Revier mit.

Gerda Zschiedrich, geboren 1947, arbeitet seit über 40 Jahren als Hörspielregisseurin.

   

3. September

10.30 Uhr

Klaus Kühnel liest

„Der Mensch ist ein sehr seltsames Möbelstück“ –

Biografie der Innenarchitektin Liv Falkenberg-Liefrinck, geb. 1901

 

1948 beauftragten Else und Friedrich Wolf die renommierte Innenarchitektin Liv Falkenberg, die Ausstattung ihres Hauses in Lehnitz zu entwerfen. Liv Falkenberg führte diese Aufgabe im Sinne der Auftraggeber in der Tradition des Bauhausdesigns aus. Die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte besitzt als einmaliges Gesamtdesignwerk eine komplette Wohnausstattung der Architektin. Liv Falkenberg war in den 20er Jahren im Büro des Rotterdamer Stararchitekten J.J. Oud tätig und entwarf dort Möbel für die legendäre Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Sie gehörte den avantgardistischen Vereinigungen Opbouw und De 8 an und praktizierte in den Deutschen Werkstätten Hellerau. Liv Falkenberg verstarb im Frühjahr 2006.

Der Germanist und Historiker Klaus Kühnel, geboren 1945, ist freier Autor und arbeitet u.a. beim DeutschlandRadio und Bayerischen Rundfunk.

   

August 2006

 

27. August

10.30 Uhr

Hans Otto Bräutigam berichtet

„Meine Zeit als Vertreter der Bundesrepublik Deutschland in der Ständigen Vertretung bei der DDR“

 

Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik bei der DDR wurde 1974 in der Hannoverschen Straße in Berlin eingerichtet. Die Voraussetzung wurde durch den Grundlagenvertrag von 1972 geschaffen. In den 80er Jahren leitete Hans Otto Bräutigam die diplomatische Einrichtung, die immer einen besonderen Status hatte. Er berichtet über seine ganz persönlichen Erinnerungen und beantwortet die Fragen des Publikums.

 

Der promovierte Jurist Hans Otto Bräutigam, geboren 1931, arbeitete ab 1962 im Auswärtigen Amt. 1989/1990 war er für kurze Zeit als deutscher UN-Botschafter in New York tätig. Manfred Stolpe berief ihn ins brandenburgische Kabinett. Dort leitete er bis 1998 das Ministerium für Justiz, Bundes- und Europaangelegenheiten. Bräutigam bekleidet diverse Ehrenämter.
 

   

26. August

19.00 Uhr

Alice Ströver und Stefan Lisewski

lesen aus Briefen von Else und Friedrich Wolf unter dem Motto

„Ohne Liebe ist nichts getan“

im Mitte-Museum in Berlin

 

Für die Lesung wurden die frühen wie die letzten Briefe ausgewählt, die Auskunft über die Beziehung der Ehepartner zueinander geben.

Die Kommunikationswissenschaftlerin Alice Ströver, geboren 1955, ist stellvertretende Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und deren kultur- und medienpolitische Sprecherin im Berliner Abgeordnetenhaus.

Der Theater- und Filmschauspieler, Dramatiker und Regisseur Manfred Karge, geboren 1938, arbeitet nach festen Engagements am Berliner Ensemble, an der Volksbühne sowie am Wiener Burgtheater seit den 90er Jahren wieder am Berliner Ensemble.

 

Die Lesung findet in Kooperation mit dem Mitte-Museum Berlin und dem Künstlerklub DIE MÖWE im Rahmen der „Langen Nacht der Museen“ statt. Mitglieder der Friedrich-Wolf-Gesellschaft erhalten das Kombiticket zum ermäßigten Preis von 8 € am Veranstaltungstag im Mitte-Museum.

 

Mitte-Museum, Palais am Festungsgraben, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin, www.mittemuseum.de. Anfahrt: U-/S-Bhf. Friedrichstraße, S-Bhf. Hackescher Markt, Tram 12, M1

   

24. August

20.00 Uhr

Die Theatergruppe TRANSIT zeigt

„Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“

In der Theaterkapelle Friedrichshain, Berlin

 

An einem ungewöhnlichen Spielort, in einer Friedhofskapelle im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, veranstaltet die Regisseurin Christina Emig-Könning mit ihrer Theatergruppe TRANSIT seit Anfang Mai Theater- und Chansonabende, Lesungen und Filmaufführungen.

In der von der Regisseurin verfassten Zitat- und Songcollage „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ singen und spielen sieben Reisende um ihr Leben. Volks- und Kampflieder wechseln mit Texten zu Tod, Lust und Leben.

 

Die Veranstaltung findet exklusiv für die Friedrich-Wolf-Gesellschaft statt. Die Karten kosten 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Eine Anmeldung unter 03301-524 480 oder kontakt@friedrichwolf.de ist unbedingt erforderlich.

 

Theaterkapelle Friedrichshain, Boxhagener Straße 99, 10245 Berlin, www.theaterkapelle.de. Anfahrt: U1 (Warschauer Straße) oder U5 (Frankfurter Tor bzw. Samariterstraße), Tram 21 (Niederbarnimstraße), Tram M13 (Boxhagener Straße/ Holteistraße), Bus 240 (Boxhagener Platz)

   

19. August

15.00 Uhr

Monika Melchert stellt vor

„Die Dramatikerin Ilse Langner: Die Frau, die erst kommen wird ...

 

Die Dramatikerin Ilse Langner (1899-1987) hat Gestalten starker Frauen auf die Bühne gestellt; Charaktere, die allen Widrigkeiten zum Trotz, ihre Kraft aus der eigenen Identität, aus ihrem Frausein entwickeln. In sozialkritischen Zeitstücken und Antikeadaptionen schuf sie für das Theater einen Frauentyp, der sich nicht unterkriegen lassen möchte. Frauenfiguren, die nicht das schwache Geschlecht darstellen. So stürmisch Langners Karriere in den 20er Jahren begonnen hatte, so enttäuscht war sie von der Theaterszene nach 1945, in der ihr kein Comeback gelingen wollte. Ihre besten Stücke, zu denen Frau Emma kämpft im Hinterland, Amazonen, Klytämnestra, Iphigenie kehrt heim sowie Heimkehr. Ein Berliner Trümmerstück gehören, sind noch immer für das Theater zu entdecken.

Monika Melchert, geboren 1953, ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und Herausgeberin der Reihe „Spurensuche. Vergessene Autorinnen wiederentdeckt“. Sie lebt in Berlin und leitet die Anna-Seghers-Gedenkstätte.

   

Juli 2006

 

9. Juli

10.30 Uhr

Zum 72. Todestag von Erich Mühsam

in Kooperation mit Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

 

Christoph Hamann liest „Die Mühsams – Geschichte einer Familie“

Das Buch über die Familie Mühsam spannt einen Bogen vom ausgehenden 18. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Dabei wird die Familiengeschichte immer im Kontext der Gesellschafts- und Zeitgeschichte interpretiert. Am Beispiel der Mühsams wird deutlich, was die deutsch-jüdische Geschichte in den letzten zwei Jahrhunderten charakterisierte. Auf Emanzipation und Integration folgten während der Hitlerdiktatur Exil, Deportation und Tod. Die Biografien von Erich und Zenzl Mühsam können nun eingebettet werden in die bislang weitgehend unbekannte Familiengeschichte. Das Buch ist in der Reihe Jüdische Memoiren erschienen.

Zuvor, um 10.00 Uhr, findet eine Gedenkveranstaltung zum Todestag des Schriftstellers und Revolutionärs am Standort des ehemaligen KZ Oranienburg, Berliner Straße (neben der Polizeistation) statt.

   

22. Juli

15.00 Uhr

Joachim Hennig stellt vor

Hundert Jahre Musik der Reinhardts. Daweli erzählt sein Leben

 

Joachim Hennig liest aus dem Buch, das er nach vielen Gesprächen mit dem Musiker Daweli Reinhardt verfasst hat. Er bringt dem Publikum außerdem Musikproben zu Gehör.

Am 18. Juli 1932 kommt Alfons Daweli Reinhardt in Wiesbaden auf die Welt. Sein Vater ist Musiker und Korbflechter, seine Mutter handelt mit Kurzwaren. Wechselnde Unterkünfte findet die Familie in Koblenz und zeitweilig in Mitteldeutschland. Bis 1942 werden die Familienangehörigen „rassenbiologisch“ untersucht und als „Zigeunermischlinge“ qualifiziert. Am 10. März 1943 werden insgesamt 149 Menschen aus Koblenz und Umgebung ins „Zigeunerlager“ des KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Der elfjährige Daweli und seine Familie werden selektiert. „Arbeitsfähig“ kommen sie ins KZ Ravensbrück, von dort ins KZ Sachsenhausen und gehen in den letzten Kriegstagen auf den Todesmarsch. Daweli überlebt und führt nach 1945 ein Leben als Artist und Musiker. Er gründet Mitte der 60er Jahre das Schnuckenack-Reinhardt-Quintett. Daweli lebt heute mit seiner Frau in Koblenz-Horchheim.

Joachim Hennig ist Richter am Amtsgericht Koblenz und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. Die Akteure des Fördervereins erarbeiteten eine Ausstellung mit ca. 50 Biografien von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern der verschiedenen Opfergruppen in der Region Koblenz. Im letzten Jahr wurde die Ausstellung durch die Darstellung der Biografie von Friedrich Wolf ergänzt.

   

Juni 2006

 

3. Juni

18.00 Uhr

Besuch der Willi-Bredel-Gesellschaft, Hamburg,

in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte

 

Die Einrichtung der Gedenkstätte KZ Fuhlsbüttel in Hamburg veranlasste 1988 Naziopfer, Historiker und geschichtsinteressierte Bürgerinnen und Bürger zur Gründung der Willi-Bredel-Gesellschaft: Zeitzeugen, Experten und Laienforscher wollen durch Erinnerungsberichte, Lesungen, Diskussionen, Filmvorführungen, Rundgänge und Exkursionen zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins beitragen.

Die Mitglieder und Freunde der Friedrich-Wolf-Gesellschaft sind zu dem interessanten Treffen herzlich eingeladen.

10. Juni

15.00 Uhr

Werner Rügemer trägt vor

„Privatisierung in Deutschland. Eine Bilanz.“

Von der Treuhand zur Public Private Partnership

 

Besser, billiger, bürgernäher. Öffentliche Haushalte entlasten! – Nach diesem neoliberalen Glaubensbekenntnis wird privatisiert. Werner Rügemer zieht zum ersten Mal eine empirisch begründete Bilanz für Ost- und Westdeutschland und legt offen: Die Privatisierung von Medien, Post, Bahn, Rathäusern, Schulen, Strom, Wasser und der Sozialsysteme erweist sich als neue Quelle der öffentlichen Verschuldung, der Arbeitslosigkeit, der Teuerung. Die Privatisierung der DDR gab den Schub für die Privatisierung im Westen, die Akteure dieselben. Rügemer zeigt Privatisierung als Element der „neoliberalen Gegenreform“ und der Umgründung des Staates. Die Konsequenz: Die öffentliche Daseinsvorsorge muss als Teil einer kooperativen Ökonomie neu entwickelt werden.

Werner Rügemer, 1941 in Köln geboren, arbeitet als freier Autor und Berater.

   

18. Juni

15.00 Uhr

Ingrid Pietrzynski referiert

„Friedrich Wolf und der Rundfunk“

 

Die Potsdamer Medienwissenschaftlerin stellt Hörspiele und Auftritte des Schriftstellers Friedrich Wolf im Radio der Weimarer Republik vor: das Hörspiel „Krassin rettet Italia“ von 1929 und weitere Hörspiele im Berliner Rundfunk nach dem Krieg. Der Rundfunk, in Deutschland seit 1923 als neues akustisches Medium auf Sendung, übte in seiner Anfangszeit auf die Hörer eine große Anziehungskraft aus. Schriftsteller erkundeten seine Möglichkeiten als neue künstlerische Ausdrucksform. Wolf war dabei einer der Pioniere. Tonbeispiele, wie etwa aus „Professor Mamlock“ von 1945 oder Wolf im O-Ton, lassen die Zeit und Wolfs Rundfunk-Aktivitäten lebendig werden.

25. Juni

10.30 Uhr

Jutta Voigt

„Der Geschmack des Ostens“

Vom Essen, Trinken und Leben in der DDR

 

Die DDR ist untergegangen und mit ihr die Durchreiche-Küchen, die Kübel der Kantinen und die herrschsüchtigen Kellner der HO-Gaststätten. Doch Spreewaldgurken, Hallorenkugeln und Rotkäppchensekt erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Jutta Voigt erinnert an Grilletta und Goldbroiler, an Westapfelsinen und Sarotti-Mohr – wunderbar subjektiv und voll erfrischender Ironie. Sag’ mir, was du isst, und ich sag’ dir, wer du bist. Ihr Buch ist kein Rezeptbuch, sondern eine kleine Geschichte der Ess- und Alltagskultur in der DDR.

30. Juni

11.00 Uhr

Tilly Ganz zeigt ihren Film

„Ich wollte immer nur schreiben. Elfriede Brüning“

 

Elfriede Brüning, Roman-, Kinderbuch- und Fernsehspielautorin, wurde am 8.11.1910 in Berlin geboren. Sie war Mitglied der KPD und trat 1932 – wie auch Friedrich Wolf, Bertolt Brecht, Anna Seghers – dem „Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller“ bei. In der elterlichen Wohnung fanden 1933 Sitzungen der KPD-Führung statt. Elfriede Brüning schloss sich 1933 dem illegalen Widerstand an und arbeitete für die „Neuen Deutschen Blätter Prag“. 1935 wurde sie verhaftet und wegen Vorbereitungen zum Hochverrat angeklagt. Ihren ersten Roman „Kleine Leute“ schrieb sie 1932/33, veröffentlicht werden konnte er erst 1970 in der DDR. Nach 1945 war sie Redakteurin und journalistisch tätig für Zeitungen und Zeitschriften wie „Sonntag“, „Neue Heimat“ und „Die neue Gesellschaft“. Seit 1950 ist sie freie Schriftstellerin.

Elfriede Brüning überzeugt als faszinierende Zeitzeugin mit ihrer Freundlichkeit, Authentizität und Lebensweisheit.

Die Filmemacherin Tilly Ganz hat mit ihrer Dokumentation eine Hommage an die 95-jährige Schriftstellerin geschaffen. Autorin und Protagonistin werden zur Filmvorführung anwesend sein.

   

Mai 2006

 

4. Mai

19.00 Uhr

Gotthold Schramm liest

„Flucht vor der Junta. Die DDR und der 11. September.“

 

Die DDR engagierte sich in Chile wie in keinem anderen Land. Als Pinochet putschte, rettete sie vielen Menschen das Leben und ermöglichte ihnen die Flucht aus dem Land. An diesen Hilfsaktionen waren auch Offiziere des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beteiligt.

In „Flucht vor der Junta“ berichten sie erstmals über ihren geheimen Einsatz in Südamerika. Darüber hinaus erzählen Diplomaten, Finanzexperten, Berater und Mediziner aus der DDR über ihre Tätigkeit für das neue Chile unter Präsident Allende. Sie berichten über unbekannte Details und Hintergründe des Engagements der DDR, das weit über das sonst übliche Maß ihrer internationalen Solidarität hinausging.

Der Mitautor und Herausgeber des Buches gehörte von 1953 bis 1990 dem MfS an. In den 60er Jahren war er bei der Spionageabwehr, danach war er für die Sicherheit der DDR-Auslandsvertretungen verantwortlich.

13. Mai

10.30 Uhr

Markus Wolf, Michael Hamburger und Nina Blankenfeld (angefragt) stellen vor

„Sonjas Rapport“ von Ruth Werner

 

Ruth Werner wird in einer jüdischen Familie geboren, engagiert sich früh in der kommunistischen Bewegung und geht in den 30er Jahren mit ihrem Mann, einem Architekten, nach Shanghai. Dort lernt sie Richard Sorge kennen und arbeitet selbst als Spionin. Die nächsten 20 Jahren zieht sie von Land zu Land. Sie sendet für Stalin aus der Mandschurei und aus Polen; in der Schweiz funkt sie für Sandor Rodo. Die Funker werden Musiker genannt, und Ruth Werner ist eine Virtuosin auf der Tastatur. In England ist sie die Kontaktperson für den Physiker Klaus Fuchs, der ihr die Formel für die Atombombe übergibt – die Sowjets wissen, was sie ihr verdanken, doch muss sie über dieses Kapitel schweigen.

Ruth Werners Erinnerungsbuch erschien 1977. Der Eulenspiegelverlag veröffentlicht erstmals die ungekürzte Fassung des Buches, mit einem 2006 geführten Interview mit den drei Kindern von Ruth Werner.

20. Mai      

Frühlingsfest

 

Der Vorstand der Friedrich-Wolf-Gesellschaft lädt Mitglieder und Freunde zu einem bunten Nachmittag in die Gedenkstätte ein. Es erwarten sie ein abwechslungsreiches und anregendes Programm, Spiel- und Bastelangebote für die Kleinen, ein interessanter Büchertisch sowie Getränke und Leckereien.

   

April 2006

 

2. April

10.30 Uhr

Helga Schütz liest

„Knietief im Paradies“

 

Es war ein Wunder, dass Eli die Dresdner Bombennacht des 13. Februar 1945 überlebte. Seitdem fühlt sie sich sicher, nicht wahrnehmbar, nicht fassbar. Wie ein perfekter Schatten zieht die gestiefelte Gärtnerin ihren Karren durch die Stadt; mit festem Schritt und brennender Seele, im Herzen die große Sehnsucht nach einem Menschen, für den sie wichtig ist. Eli übt das Unsichtbarsein. Ein Roman über das Trauma des Krieges, poetisch, schwebend und von großer Erzählkunst.

Helga Schütz, geboren 1944, erlernte vor ihrem Studium an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg den Beruf der Gärtnerin. Seit 1962 arbeitet sie als freie Autorin.

6. April

19.00 Uhr

Ulrich Maurer und Hans Modrow stellen vor

„Überholt wird links. Was kann, was will, was soll die Linkspartei“

 

Kritische Zeitgenossen machen sich in diesem Buch Gedanken über eine zwingend notwendige, aber nicht zwingend erfolgreiche gesellschaftliche Tendenz. Chancen, Gefahren, Positionen, Traditionen und das Führungspersonal der neuen Linkspartei werden analysiert und kritisiert, u.a. von Christa Luft, Gerhard Zwerenz, Joachim Bischoff und Hermann Klenner.

Der Rechtsanwalt Ulrich Maurer ist Mitherausgeber und einer der Autoren des Buches. Seit Herbst ist der frühere baden-württembergische SPD-Chef Mitglied der Fraktion der Linkspartei im Deutschen Bundestag.

29. April

15.00 Uhr

Marlies Ludwig trägt vor

„Pit Pikus und die Möwe Leila“

 

Marlies Ludwig liest das Stück „Pit Pikus und die Möwe Leila“ nach einem Märchen von Friedrich Wolf. Das Stück ist eine Parabel über Liebe, Freundschaft und die Gleichberechtigung aller Menschen und Kulturen: Trotz ihrer Unterschiedlichkeit und der Gegenwehr ihrer Artgenossen bleiben die Möwe Leila und der Specht Pit Pikus Freunde und überwinden alle Widerstände. Eine Lesung für Groß und Klein. .

   

März 2006

 

3. März      

19.00Uhr

Frank Schumann stellt vor

„Anton Ackermann – Der deutsche Weg zum Sozialismus.

Selbstzeugnisse und Dokumente eines Patrioten“

 

Der Herausgeber Frank Schumann nahm den 100. Geburtstag Ackermanns zum Anlass für sein Buch. Anhand der Lebensstationen und theoretischen Positionen dieses DDR-Politikers der ersten Stunde liefert er ein vertiefendes und mit neuen Facetten versehenes Bild deutscher Nachkriegsgeschichte.

12. März

15.00Uhr

Stefan Hoffmann

„Dieses fröhliche Glück in mir …: mein allerliebstes Bämbs'chen“

Briefe und Kinderverse von Friedrich Wolf

 

Stefan Hoffmann widmet sich immer wieder dem frühen Wolf. Die Briefe und Kinderverse stammen aus den Jahren 1915 – 1917. Der Referent stellt diese vor und analysiert sie. Zudem vergleicht er die 1966 veröffentliche Fassung von Käthe Wolf-Gumpold mit der 1943 herausgegebenen Bämbs'chen-Fassung von Elisabeth Stöcker.

18. März

15.00 Uhr

Silja Lésny liest

Auslieferung auf Verlangen“ von Varian Fry

 

Der amerikanische Journalist Varian Fry hatte 1940 im Auftrag des "Emergency Rescue Committee" (ERC) über 1500 Hilfesuchende aus Südfrankreich vor den Nationalsozialisten gerettet. Das ERC wurde nach der Besetzung Frankreichs durch die deutsche Wehrmacht in New York gegründet, um gefährdete intellektuelle und politische Flüchtlinge zu retten. Innerhalb von 13 Monaten verhalf Fry mit überwiegend illegalen Mitteln den Menschen zur Flucht aus Südfrankreich. Unter ihnen waren die Maler Marc Chagall und Max Ernst sowie die Philosophin Hannah Arendt. Der Freiheitskämpfer und Menschenrechtler starb 1967.

24. März

19.00 Uhr

Uschi Otten liest

„Dem Traum folgen“

Lesung zum Gedenken an Carola Neher

 

Während viele vormalige Weggefährten, die ihre Flucht aus Hitlerdeutschland überlebten – wie Helene Weigel, Ernst Busch und Kurt Weill –, in unserem Bewusstsein weiterleben, droht die bewegende Geschichte der Schauspielerin Carola Neher in Vergessenheit zu geraten. Nach dem Tod ihres Gatten Klabund wird sie Brechts Geliebte. Die „Dreigroschenoper“ wird mit ihr als Darstellerin 1928 ein Kassenmagnet der Berliner Bühnen. 1942 stirbt sie in einem sowjetischen Gefängnis.

   

Februar 2006

 

5. Februar

10.30 Uhr

Kurt Hartke und Dr. Malte Kerber

„Ernst Busch – sein Lied der Zeiten“ Eine musikalische Collage

 

Kurt Hartke und Malte Kerber führen in das von ihnen geschaffene Chorwerk über den Sänger und Schauspieler Ernst Busch ein. Sie berichten über die interessante und schwierige Arbeit, Ernst Busch zu erfassen, ihn nacherlebbar und hörbar zu machen. Die Besucher der Veranstaltung erwartet ein Hörerlebnis der besonderen Art: Die Collage wird in einer Aufnahme mit dem Ernst Busch-Chor, Berlin vorgestellt. Ein Gedankenaustausch über die bedeutende Künstlerpersönlichkeit soll angeregt werden.

12. Februar

10.30 Uhr

Prof. Karl Lanius liest

Weltbilder. Eine Menschheitsgeschichte“

 

Der Autor, einer der großen deutschen Naturwissenschaftler unserer Zeit, versucht in seinem neuesten Buch Antworten auf Fragen zu finden, die nicht nur ihn bedrängen, sondern am Ende den Fortbestand der menschlichen Zivilisation bestimmen werden. Welche Hoffnung bleibt uns angesichts der drei großen Problemfelder: Krieg, Natur- und soziale Katastrophen?

16. Februar

19.00 Uhr

Dieter Schenk trägt vor

Personelle Kontinuitäten nach 1945 in der Polizei (BKA)“

 

Der Referent, geboren 1937, ist Honorarprofessor an der Universität Lodz für die Geschichte des Nationalsozialismus und freier Publizist. Bis 1988 war er als Kriminaldirektor im Bundeskriminalamt (BKA) jahrelang Berater des Auswärtigen Amtes in Fragen der Sicherheit des diplomatischen Dienstes. Er hat mehrere Bücher herausgegeben: „Die braunen Wurzeln des BKA“ (2003), „Auf dem rechten Auge blind – „Die braunen Wurzeln des BKA“ (2001) und „Der Chef. Horst Herold und das BKA“ (1998). Für sein Buch „Die Post von Danzig – Geschichte eines deutschen Justizmordes“ (1995) wurde er in Polen und Deutschland mehrfach ausgezeichnet.

23. Februar

19.00 Uhr

Klaus Feldmann erteilt eine Sprachlektion

„Wer lernt mir Deutsch?“

 

Die Pisa-Tour: Der ehemalige Nachrichtensprecher setzt die Mission des im Jahr 2003 verstorbenen Sprachbastlers und –kritikers Hansgeorg Stengel fort.

   

Januar 2006

 

14. Januar

15.00 Uhr

Dr. Bodo Becker

„Das jüdische Erholungsheim und der Antisemitismus in Lehnitz (1934 – 1938)“

 

Der Lehnitzer Historiker Bodo Becker referiert zu der bis Ende Januar 2006 in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte gezeigten Sonderausstellung „Jüdisches Erholungsheim Lehnitz“. Darüber hinaus wird er zur Orts- und Regionalgeschichte Stellung nehmen.

22. Januar

10.30 Uhr

Renate Rauh und Rüdiger Warnstädt

„Eine Leiche im Keller“

 

Renate Rauch, leitende Redakteurin der Berliner Zeitung, und Rüdiger Warnstädt, p

 

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