Veranstaltungen

Lesung und Gespräch
23.01. Dienstag | 18:30

Café Sibylle

Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin

(030) 29 35 22 03
info@cafe-sibylle.de

Deutschsein fünfmal anders

zum 30. Todestag von Rudolf Schottlaender
Gespräch mit Dr. Irene Selle und Moritz Reininghaus | Moderation: Paul Werner Wagner

Generationen von DDR-Schülern hatten mit ihm zu tun, als im Deutschunterricht Sophokles’ Antigone in seiner brillanten Neuübersetzung behandelt wurde: Rudolf Schottlaender (1900– 1988). Heute ist der Philosoph, Altphilologe, Übersetzer und Publizist weithin unbekannt – zu Unrecht, wie seine Erinnerungen zeigen: Sie erweisen sich als Kaleidoskop der deutschen Geistesgeschichte im „Zeitalter der Extreme“ (Hobsbawm), in dem Schottlaender eine vermittelnde Position einnahm, mit der er in Ost und West gleichermaßen aneckte. 1921 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, studierte Schottlaender Philosophie in Heidelberg (bei Jaspers) und in Freiburg im Breisgau (bei Husserl, Heidegger und Hartmann), er hatte Kontakt zum George-Kreis, lernte Günther Stern (später: Günther Anders) kennen und heiratete dessen Schwester. Nach der Promotion in Heidelberg trat er als erster deutscher Proust-Übersetzer in Erscheinung. Nur mit Glück überstand er die NS-Zeit. Nach 1945 unterrichtete er in Berlin. 1947 auf einen Lehrstuhl für Philosophie in Dresden berufen, wurde er bereits zwei Jahre später aus politischen Gründen wieder entlassen. Er kehrte nach West-Berlin zurück, wo er erneut als Lehrer tätig war. Aus Sorge vor einer Verschärfung des Kalten Krieges versuchte er einen Brückenschlag zur DDR und wurde daraufhin suspendiert. Das bewog ihn, 1959 einem Ruf als Professor für römische Literatur an die Ost-Berliner Humboldt-Universität zu folgen.

Die Erinnerungen von Rudolf Schottlaender werden in unserer Neuausgabe u.a. erweitert um einen Text über Schottlaender als Proust-Übersetzer und ein ARD-Interview aus dem Jahr 1979, das Schottlaenders Resistenz gegenüber politischer Vereinnahmung zeigt und das dazu führte, dass er bis zu seinem Tod 1988 von der Staatssicherheit überwacht wurde.

Kooperation mit dem Verlag für Berlin-Brandenburg

Cover zum Buch
ISBN-13: 978-3945256398
Cover zum Buch
nd-Filmclub im Kino Toni
31.01. Mittwoch | 18:00
Kino Toni & Tonino
Antonplatz 1
13086 Berlin - Weißensee
(030) 92 79  12 00
(DEFA 1988, ORWOCOLR, 87 min)

Die Schauspielerin

Gespräch mit Corinna Harfouch | Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

1933. Die erfolgreiche Schauspielerin Maria und der jüdische Schauspieler Mark lieben sich. Nach dem Erlass der Nürnberger Gesetze ist diese Liebe gefährdet. Maria widersetzt sich, bricht ihre vielversprechende Karriere ab, um unter falschem Namen als Jüdin mit Mark zusammenzubleiben. Beide spielen am Berliner jüdischen Theater, bis sie Opfer einer Intrige werden. Judith, eine in Mark verliebte Kollegin, wird den Liebenden zum Verhängnis. Corinna Harfouch erhielt beim XXVI. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary den Preis für die beste weibliche Hauptrolle.

Drehbuch und Regie: Siegfried Kühn; Szenarium: Regine Kühn; Kamera: Peter Ziesche; Musik: Stefan Carow, Jimmie Cox; Darsteller: Corinna Harfouch, André M. Hennicke, Michael Gwisdek, Blanche Kommerell, Jürgen Watzke, Martin Brandt, Christian Steyer, Ute Lubosch, Klaus Pönitz, Harald Warmbrunn, Susanne Lüning, Falk Rockstroh, Steffie Spira, Günter Rüger, Gerhard Meyer

Lehnitzer Lesung und Gespräch
11.02. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Polemik, Interview, Kritik und Feuilleton -

als Autor fünf Jahrzehnte unterwegs in Sachen Kultur und Politik
Gespräch mit Hans-Dieter Schütt | Moderation: Paul Werner Wagner

Hans-Dieter Schütt, Jahrgang 1948, studierte an der Theaterhochschule Hans Otto Leipzig Dramaturgie und Theaterwissenschaft. Ab 1973 arbeitete er bei der Jugendtageszeitung der FDJ Junge Welt als Filmkritiker, Kulturredakteur, stellvertretender Chefredakteur und von 1984 bis 1989 als Chefredakteur. Seit 1992 war er Redakteur bei der Tageszeitung Neues Deutschland, von 2007 bis 2013 als Feuilletonchef. Hans-Dieter Schütt hat zahlreiche Interviews mit Persönlichkeiten aus Kultur und Politik geführt und als Buch herausgegeben, darunter Andreas Dresen, Dieter Mann, Inge Keller, Claus Peymann, Frank Castorf, Thomas Langhoff, Ekkehard Schall, Kurt Böwe, Ursula Karusseit, Alfred Hrdlicka, Gerhard Gundermann, Regine Hildebrandt, Günter Gaus, Hans Modrow, Gregor Gysi, Friedrich Schorlemmer, Moritz Mebel und Markus Wolf. Sein persönlichstes Buch erschien 2007 unter dem Titel Glücklich beschädigt. Republikflucht nach dem Ende der DDR. 

Foto: © Günther Wolfram: Hans-Dieter Schütt am 7.12.2016 im Kino Toni
Hans-Dieter Schütt am 7.12.2016  im Kino Toni
Im Gespräch
16.02. Freitag | 18:30

Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin

(030) 29 35 22 03
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Deutschlands schwieriges Verhältnis zur Autorität

Gespräch mit Dr. Michael Froese | Moderation: Paul Werner Wagner

Das Wiedererstarken rechter Parteien hat in Deutschland eine besondere Quelle. Aufgrund des Dritten Reichs ist die Instanz der Autorität historisch massiv beschädigt. Bereits 1918 hatte es eine Entwertung der Väter gegeben. Diese trug u.a. zur späteren Überhöhung des autoritären Prinzips unter den Nazis bei. Mit dem Kriegsende waren die Autoritäten in noch stärkerer Weise diskreditiert. So bildete sich in der BRD eine Hemmung heraus, in angemessener Form gesellschaftliche Autorität auszuüben. Sie zeigt sich u.a. in der Politik, der Justiz, dem Schulwesen. Ostdeutsche gelten als autoritärer geprägt. Während alle Deutschen 1945 eine Entwertung ihrer Autoritäten hinnehmen mussten, wiederholte sich diese Entwertung für die Ostdeutschen mit der deutschen Vereinigung. Sind die Wunden aus dieser Zeit schon verheilt? Oder schüren ihre Abkömmlinge noch defensive Wünsche nach überkommenen Formen von Autorität, die weder angemessen noch zeitgemäß sind? Wie kann angemessene Autorität heute aussehen? Viele Flüchtlinge mit ihren eigenen autoritären Erwartungen konfrontieren uns mit der Notwendigkeit, uns diesem Problem zu stellen.

Dr. Michael Froese, Jahrgang 1947, ist Sozialpsychologe und niedergelassener Psychoanalytiker in Potsdam. Er ist Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Psychoanalyse und Psychotherapie (APB) Berlin, Lehranalytiker, Herausgeber und Autor diverser Beiträge zu klinischen und sozialpsychologischen Fragen der Ost-West-Transformation.

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Dr. Michael Froese in Lehnitz
Dr. Michael Froese in Lehnitz
nd-Filmclub im Kino Toni
28.02. Mittwoch | 18:00
Kino Toni & Tonino
Antonplatz 1
13086 Berlin - Weißensee
(030) 92 79  12 00
(DEFA 1980, ORWOCOLOR, 84 min)

Die Verlobte

Gespräch mit Jutta Wachowiak | Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

Die Kommunistin Hella Lindau kämpft mit ihrem Verlobten Hermann im Untergrund gegen das Naziregime. Bei einer gemeinsamen Aktion wird sie festgenommen, doch gelingt es ihr, alle Schuld auf sich zu nehmen und so Hermann zu schützen. Zehn Jahre Gefängnis wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ lautet das Urteil. Hella droht an der Einzelhaft zu zerbrechen. Als Hella nach zwei Jahren in Gruppenhaft kommt, bessert sich ihre Lage, der Kontakt mit anderen Häftlingen und die Hoffnung auf Hermann helfen ihr. Doch dann wird auch Hermann von den Nazis verhaftet. Auf dem XXII. Internationalen Filmfestival Karlovy Vary wurde der Film mit dem Grand Prix ausgezeichnet.

Drehbuch und Regie: Günther Rücker, Günter Reisch; Kamera: Jürgen Brauer; Musik: Karl-Ernst Sasse; Darsteller: Jutta Wachowiak, Regimantas Adomaitis, Käthe Reichel, Hans-Joachim Hegewald, Inge Keller, Katrin Sass, Christine Gloger, Rolf Ludwig, Karla Runkehl, Christa Lehmann, Barbara Zinn

Foto: @DEFA-Stiftung_Waltraut-Pathenheimer
Foto aus dem Film: Die Verlobte
Lehnitzer Lesung und Gespräch
11.03. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Verdammt und entrechtet 

Stuttgart – Basel – Moskau ... 16 Jahre Gulag und Verbannung
Lesung und Gespräch mit Konrad Rayß | Moderation: Paul Werner Wagner

Lieselotte Strub-Rayss (1912 – 2008) hinterließ die aufregende Geschichte ihres Lebens, das zeitweilig auch eng mit dem von Friedrich und Else Wolf verbunden war. Liselotte wächst in einer bürgerlichen Familie in Stuttgart auf, besucht die Kunstgewerbeschule, engagiert sich in der linken Szene, arbeitet als Pionierleiterin, auch für Markus und Konrad Wolf, und wird die Geliebte von Friedrich Wolf.
1934 kommt in Zürich die gemeinsame Tochter Lena (heute in Moskau lebend) zur Welt. Über Prag flieht Lotte Rayß nach Moskau. Sie studiert Pädagogik in Engels (Wolgadeutsche Republik) und heiratet den Journalisten Lorenz Lochthofen.
1938 wird sie ein Opfer des Stalinschen Terrors. Es folgen 16 Jahre im Gulag.
Erst 1954 kann sie mit ihrem Sohn nach Deutschland, in die DDR zurückkehren.

Konrad Rayß hat die Lebenserinnerungen seiner Mutter in der Trafo-Verlagsgruppe herausgegeben. Er wurde 1946 im GULAG in Kastachstan geboren. In der DDR absolvierte er eine Lehre als Maschinenbauer und studierte Ökonomie in Sofia.
Bis 1989 war er im Außenhandel der DDR tätig.

Foto: Flyer
Lesung und Gespräch
20.03. Dienstag | 18:30
Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin
(030) 29 35 22 03

Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt

Siegfried Kühn
Anlässlich der Buchvorstellung lesen Christel Bodenstein, Inge Heym und Siegfried Kühn | Moderation: Paul Werner Wagner

Von den vierziger Jahren seiner schlesischen Kindheit bis ans Ende der DDR spannt sich die Geschichte des Protagonisten Friedrich. In komisch-satirischen Episoden erzählt Siegfried Kühn von dessen amourösen und skurrilen Abenteuern. Entstanden ist eine Collage aus Fiktion und Wirklichkeit bei der bildstarke Erinnerungen, augenzwinkernder Humor und der präzise Zugriff auf zeitgeschichtliche Ereignisse Hand in Hand gehen.

Siegfried Kühn, Jahrgang 1935, gilt als einer der eigenwilligsten deutschen Regisseure. „Im Film Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow, der als groteske Komödie innerhalb des DEFA-Geschehens einzigartig dasteht, tritt die spezielle Begabung Kühns mit verblüffender Kraft und Originalität zutage“. (E. Richter) Aus dieser Schule kommend, beschreibt Kühn, der Wahrheit zuliebe, in seiner Erzählung Die Erdorgel, die Welt als groteskes Geschehen.

Foto: aus dem Cover zum Buch "Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt"
Siegfried Kühn: Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt. Verlag Neues Leben, 2018 ISBN-13: 978-3355018708
aus dem Cover zum Buch "Die Erdorgel oder Wunderbare abgründige Welt"
Lehnitzer Lesung und Gespräch
08.04. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Immer schön auf Augenhöhe

Lesung und Gespräch mit Gesine Lötzsch | Moderation: Paul Werner Wagner

Gesine Lötzsch ist die Berliner Powerfrau der Linkspartei. Seit 2002 sitzt sie im Bundestag und hat als Stellvertretende Fraktionsvorsitzende manche Schlacht geschlagen. Ob im Kampf gegen Schikanen bei der Raumvergabe oder bei der Erfüllung von Wahlkampfversprechen – Gesine Lötzsch hat sich ihren politischen Schneid bis heute erhalten. Für wen der Osten Deutschlands noch immer Ausland ist, wieso jede Zahl im Bundeshaushalt besser frisiert wird als sämtliche Finanzminister zusammen und warum gewisse Parteien über Fußfesseln für ihre Abgeordneten nachdenken sollten, darüber schreibt Lötzsch so heiter wie klug. Entstanden ist ein kurzweiliges Buch, das zum Lachen, Ärgern, aber vor allem zum Nachdenken über Politik in Deutschland anregt.

Foto: aus dem Cover zum Buch "Immer schön auf Augenhöhe" von Gesine Lötzsch
Gesine Lötzsch: Immer schön auf Augenhöhe. Verlag Eulenspiegel, 2017 ISBN-13: 978-3359017325
Foto: aus dem Cover zum Buch "Immer schön auf Augenhöhe" von Gesine Lötzsch
Premiere
14.04. Samstag | 19:30

Friedrich-Wolf-Theater
Neustrelitz
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin

(03981) 277 0
info@landestheater-mecklenburg.de

Premiere in Neustrelitz

Die Matrosen von Cattaro

Schauspiel von Friedrich Wolf

„Kameraden, das nächste Mal besser!“
Friedrich Wolfs Antikriegsstück entstand 1930. Wolf stützte sich dabei auf die Dokumentationen über den realen Matrosenaufstand in Cattaro. Zum 100-jährigen Jubiläum des Endes des 1. Weltkriegs und 100. Jahrestag des Aufstands zeigt die Theater und Orchester GmbH am ehemaligen Friedrich- Wolf-Theater ein Stück dieses Autors. Franz Rasch, Held aus dem Stück Die Matrosen von Cattaro richtet sich an seine Kameraden den Satz, „das nächste Mal besser“ und appelliert an die Utopie einer erfolgreichen Revolution. An den Leutnant gewandt äußert Rasch vor seiner Erschießung die Überzeugung: „das ist nicht das Ende, das ist erst der Anfang!“ Wolf war mit seinen Dramen wie Der arme Konrad, Thomas Münzer oder auch Professor Mamlock auf Seiten derer, die sich gegen Unrecht erhoben und musste immer wieder Niederlagen verarbeiten, die blutige Opfer bedeuteten. Wann wird also eine Situation revolutionär und was könnte dieses „besser“ bedeuten. Spielleiter Dr. Wolfgand Bordel will mit seiner Inszenierung das Drama Wolfs nach Entscheidungssituationen für das Heute befragen.

Die Friedrich-Wolf-Gesellschaft organisiert für Mitglieder und Freunde einen gemein­schaftlichen Premierenbesuch am 14. April. Wir bitten Interessenten, sich bis zum 1. März anzumelden.

Foto: Friedrich-Wolf-Theater, Neustrelitz
Friedrich-Wolf-Theater, Neustrelitz
Im Gespräch
17.04. Dienstag | 18:30
Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin
(030) 29 35 22 03

Jürgen Walter

„Ich bestrafe meine Freunde mit Treue“
Gespräch mit Jürgen Walter | Einführung und Moderation: Paul Werner Wagner

Jürgen Walter studierte Germanistik und Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Er war Mitbegründer des Hootenannyclub, aus dem der Oktoberklub wurde. 1967 trat er zum ersten Mal im DDR-Fernsehen auf. Ihn verband eine enge Zusammenarbeit mit Gisela Steineckert, Thomas Natschinski und Arndt Bause. Mit dem Titel Muss ich denn ein Clown sein belegte er 1972 den dritten Platz beim Schlagerfestival der Ostseeländer.  Zu seinen bekanntesten Titeln zählen Wär’ mir doch alles ganz egal, Schallala, schallali, Von dort kam sie her und Clown sein. Später wechselte er in das Genre des Chanson. In den Jahren 1988/89 hatte Jürgen Walter eine Filmrolle in den DEFA-Filmen  Mensch, mein Papa...! von Ulrich Thein und Der Bruch von Frank Beyer.

Gisela Steineckert schrieb einmal über Jürgen Walter: „Er ist in seiner Auswahl sehr kritisch, als Arbeitspartner anspruchsvoll und unbequem, aber das ist er auch mit sich selber. Er kann interpretieren, andeuten, erzählen, sich vorzüglich bewegen, fast artistisch, scheinbar mühelos.“

Foto: aus dem Cover der aktuellen CD "Alles Kehrt Wieder" von Jürgen Walter
aus dem Cover der aktuellen CD "Alles Kehrt Wieder" von Jürgen Walter
Im Gespräch
05.05. Samstag | 18:30
Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
10243 Berlin
(030) 29 35 22 03

Vladimir Kotenev

Warum eine Verständigung von Russen und Deutschen so wichtig ist und warum wir Brückenbauer mehr denn je brauchen
Gespräch mit dem früheren russischen Botschafter in Deutschland Herrn Vladimir Kotenev | Moderation: Paul Werner Wagner

Unser Gast Vladimir Kotenev, Jahrgang 1957, ist keine unbekannte Größe in Deutschland. Bereits der Vater von Vladimir Kotenev war im diplomatischen Dienst tätig. Deshalb hat Vladimir als Kind drei Jahre in Neu Delhi gelebt. Nach dem Schulabschluss absolvierte er das Studium der Politik und Germanistik am Staatlichen  Moskauer Institut für Internationale Beziehungen. Von 1979 – 1984 arbeitete Kotenev im Sowjetischen Konsulat in den Westsektoren von Berlin und danach zwei Jahre bei der Sowjetischen Botschaft in der DDR – Unter den Linden. Nachdem er lange Jahre in verantwortungsvollen Positionen des russischen Außenministeriums tätig war, bekleidete er von 2004 – 2010 das Amt des Botschafters der Russischen Föderation in Deutschland. Auf der Trauerfeier für Markus Wolf hielt er eine bewegende Trauerrede. Er liebt die deutsche Sprache und Kultur, kennt die sprachlichen und kulturellen Unterschiede in Mitteleuropa und setzte sich vehement für die Verbesserung der deutsch-russischen Beziehungen ein.

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Vladimir Kotenev, 2006
Vladimir Kotenev, 2006
Lehnitzer Lesung und Gespräch
20.05. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
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Zum 120. Geburtstag von Else Wolf

Gefährtin eines Feuerkopfs

Lesung mit Heidemarie Wenzel
Paul Werner Wagner im Gespräch mit Tatjana Trögel und Bodo Becker

Es war der jungen Remscheiderin Else Dreibholzaus bürgerlichem Hause nicht in die Wiege gesungen, dass sie Ihr Schicksal mit der Umtriebigkeit eines Dramatikers verbinden würde, der die Welt verändern will. Eine tiefe und fast bedingungslose Liebe verband sie mit Friedrich Wolf, der als Jude und Kommunist über Jahre des Kampfes, der Flucht und des Exils gleichzeitig Gefährte, Ehemann und Vater war, aber auch immer wieder lange fern – an Theatern, auf Reisen, interniert oder an der Front. Else Wolf, in der Familie Meni genannt, blieb auch im Moskauer Exil der Fels in der Brandung, war Ort der Heimkehr in der Fremde, zeigte Mut und half Verfolgten, sorgte sich um Freunde, auch um die Geliebten ihres Mannes und deren Kinder.
In Erinnerungen, Briefen und Zeugnissen wird die berührende Geschichte einer Liebe in den Aufbrüchen, Kämpfen und Niederlagen des 20. Jahrhunderts erzählt.

1968 wird Else Wolf Ehrenbürgerin von Lehnitz.
Seit 50 Jahren ist der Titel Ausdruck ihres Engagements für Bildung und Kultur in der Gemeinde, des Respektes vor einem würdevollen Leben.

Historiker und Ortschronist Bodo Becker kennt als Lehnitzer die Geschichte der Bewohner der Waldsiedlung in Lehnitz, zu denen auch die Wolfs und einige der bekannten Intellektuellen gehörten, mit denen sie Kontakte und Freundschaften pflegten. Tatjana Trögel kann aus dem Erleben ihrer Großeltern erzählen und ist mit Geschichten und Erinnerungen um Meni vertraut, die sie noch mit ihrer ersten Urenkelin bekanntmachen konnte.

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Else und Friedrich Wolf zur Premiere von „Cyankali“ 1929 in Berlin
Else und Friedrich Wolf zur Premiere von „Cyankali“ 1929 in Berlin
Frühlingsfest
26.05. Samstag | 14:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Frühlingsfest

Stargast: Renate Krößner | Moderation: Paul Werner Wagner

Wir laden Mitglieder, Freunde und Gäste zum traditionellen Frühlingsfest der Friedrich-Wolf-Gesellschaft in Haus und Garten von Else und Friedrich Wolf. Nutzen Sie die Gelegenheit für einen Frühlingsausflug mit Ihrer Familie, Freunden und Bekannten. Besonders freuen wir uns, die Schauspielerin Renate Krößner als prominente Gesprächspartnerin von Paul Werner Wagner begrüßen zu können. Begleitet wird der Nachmittag mit Musik und der bewährten Bewirtung durch das Team von Horst Niebel vom Lehnitzer Schweizerhaus.

Programm
14:00 Uhr    Eröffnung mit Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Brätel, Bier und Wein und musikalischer Einstimmung
14:45 Uhr    Begrüßung durch Paul Werner Wagner, Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft
15:00 Uhr    Gespräch Renate Krößner und Paul Werner Wagner
16:00 Uhr     Ausklang mit Musik, Zeit für Gespräche und Führung durch das Haus von Else und Friedrich Wolf

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf: Renate Krößner im Gespräch mit Paul-Werner Wagner, 2014 in Wolfen
Renate Krößner im Gespräch mit Paul-Werner Wagner, 2014 in Wolfen
Im Gespräch
05.06. Dienstag | 18:30
Café Sibylle
Karl-Marx-Allee 72
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Meinungsfreiheit oder die Macht der Medien

Lesung und Gespräch mit Dr. Dieter Korczak | Moderation: Paul Werner Wagner

Das von Dr. Korczak herausgegebene Buch Meinungsfreiheit oder die Macht der Medien setzt sich mit den Entwicklungen in der Medienwelt auseinander, die durch die digitalisierte Verbreitung von Nachrichten hervorgerufen worden sind. Erfahrene Journalisten aus Funk und Fernsehen, Online- und Printmedien sowie Wissenschaftler schildern anhand verschiedener Beispiele, wie die sogenannten Mainstream-Medien die öffentliche Diskussion prägen. Der Druck zur schnellen Verwertung und Verbreitung von Nachrichten steigt. Breaking News bestimmen das Tagesgeschehen. Die Macht suggestiver Bilder ersetzt häufig fundierte und ergebnisoffene Recherche. Investigativer Journalismus ist zum Luxus geworden. Zwar ist die Meinungs- und Pressefreiheit durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt. Doch äußere Bedrohungen durch Terrorismus, aber auch staatliche Zensur nehmen ebenso zu wie die „Schere im Kopf“. Erschwert wird die individuelle Meinungsbildung auch durch den „Informationskrieg“, der von den Großmächten im Internet und in den sozialen Medien angezettelt worden ist. Der Band widmet sich intensiv der Frage, inwieweit Journalisten und Medien ihrer Aufklärungs- und Kontrollfunktion gerecht werden können.

Dr. Dieter Korczak (* 1948) ist Soziologe und war  u. a. bei Reemtsma, Infratest und Marplan tätig. Er lehrte als Dozent für Medizinsoziologie an der Fachschule Nordhessen. Korczak war Vorsitzender der Interdisziplinären Studiengesellschaft für Praktische Psychologie (ISG) in München. Korczak war als Gutachter am 1., 2. und 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung beteiligt. Am 2. November 2010 wurde er zum Präsidenten der European Society for Opinion and Marketing Research (EDOMAR) gewählt.