Veranstaltungen

Zum 100. Geburtstag von Wladimir Gall
19.01. Samstag | 16:00

Kinosaal
Kulturhaus Spandau
Mauerstr. 6  
13597 Berlin

DEFA 1969, s/w, 79 min

Ich war neunzehn

Zum 100. Geburtstag von Wladimir Gall | Öffentliche Veranstaltung. Eintritt frei!
Eröffnung: Helin Evrim Sommer, MdB | Wolfgang Kohlhaase und Vladimir Kotenev im Gespräch mit Paul Werner Wagner

Eine Veranstaltung der Linksfraktion der BVV Spandau, der Bundestagsabgeordneten Helin Evrim Sommer und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Gregor Hecker war als Kind mit seinen Eltern in die Sowjetunion emigriert. Im April 1945 kehrt er als 19-Jähriger mit der Roten Armee nach Deutschland zurück. Es fällt ihm schwer, die Deutschen als seine Landsleute zu betrachten. Der Spielfilm Ich war neunzehn trägt starke autobiografische Züge. Konrad Wolf hatte seine Kriegserlebnisse in einem Tagebuch festgehalten. Er setzte im Film aber auch seinem Freund und vorgesetzten Offizier Wladimir Gall ein Denkmal und zeigt eindrucksvoll den Mut Wladimir Galls bei den erfolgreichen Verhandlungen um die Kapitulation der Festung Spandau.

Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase arbeitete noch an drei weiteren  Filmen von Konrad Wolf mit:
Der nackte Mann auf dem Sportplatz, Mama, ich lebe und Solo Sunny. Vladimir Kotenev war von 2004 bis 2010 Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland. Er war ein Schüler von Wladimir Gall beim Studium der Deutschen Sprache.

Regie: Konrad Wolf, Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf, Kamera: Werner Bergmann, Darsteller: Jaecki Schwarz, Jenny Gröllmann, Wassili Liwanow, Alexej Ejboshenko, Galina Polskich, Rolf Hoppe, Dieter Mann, Jürgen Hentsch

Foto: ©Privatarchiv der Familie Wolf
Wladimir Gall und Konrad Wolf in Halle, 1946
nd im CLUB
23.01. Mittwoch | 18:00

Münzenbergsaal im
ND-Gebäude
Franz-Mehring-Platz 1
10243 Berlin

Annette Leo: Zwischen Wissen und Schweigen

Autorin Annette Leo im Gespräch mit Paul Werner Wagner

„Es kommt mir vor, als ob die Worte, die mein Großvater vor 50 Jahren niedergeschrieben hat, mich im richtigen Moment erreicht haben, als ich begann, Fragen zu formulieren, als die Mischung aus Wissen und Schweigen mir nicht mehr genügte. Seine Briefe waren eine Brücke, über die ich gehen konnte, um mich auf eine Suche zu begeben, von der ich lange nicht wußte, wohin sie mich führen würde.“

Die Grenze zwischen Wissen und Schweigen wird von Annette Leo (Jahrgang 1948) in ihren Arbeiten immer wieder durchbrochen, schmerzhaft und heilsam zugleich für die Autorin und die Leser, die bereit sind, mit ihr auf Spurensuche in Vergangenheit und Gegenwart zu gehen. Es bleibt unbequem und ist nicht immer willkommen. Unbequem war ihr Großvater Dagobert Lubinski, jüdischer Kommunist, im Widerstreit mit den eigenen Genossen. 1936 wurde er von der Gestapo verhaftet und 1943 im KZ Auschwitz ermordet. Die unbequemen Fragen und Zweifel am DDR-Sozialismus entfernen Annette Leo auch eine Zeitlang von ihrem Vater, dem Resistance-Kämpfer und Journalisten Gerhard Leo. Bis heute engagiert sich die Historikerin für die Auseinandersetzung mit unserer widerspruchsvollen Vergangenheit. Bei Aufbau erschien zuletzt Das Kind auf der Liste. Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie (2018).

Annette Leo: Das Kind auf der Liste: Die Geschichte von Willy Blum und seiner Familie, Aufbau Verlag, 2018, ISBN 978-3746634319
Buchcover
Lehnitzer Lesung und Gespräch
03.02. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Dichter, Ärzte und Rebellen

Dr. Karl F. Masuhr im Gespräch mit Paul Werner Wagner

Friedrich Schiller, Georg Büchner und Arthur Schnitzler geben die Richtung des Diskurses an, in dem sich der angesehene Neurologe Dr. Karl F. Masuhr unter anderem mit den psychosomatischen Aspekten des Wirkens von über 50 Autorinnen und Autoren beschäftigt. Viele haben einschneidende Erlebnisse gemeinsam, wie die Teilnahme an Kriegen mit andauernden Folgen auch für das literarische Schaffen. Von Friedrich Wolf als Teilnehmer an zwei Weltkriegen sind viele Zeugnisse der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse erhalten wie die Erzählungen „Langemarck“ und „Der Sprung durch den Tod“, das Poem „Was taten wir“ oder in Vorausschau der menschengemachten Katastrophe „Professor Mamlock“. Die genaue Kenntnis sozialer Verhältnisse fließt auch in „Cyankali“ ein. Das Stück gegen den Abtreibungsparagrafen 218 bringt ihn ins Gefängnis, wo er an Asthmaanfällen leidet, wie andere Literaten unter ähnlichen Umständen. Die Rebellion der Kindheit gegen den übermächtigen Vater und den Drill in der Schule sowie das innige Verhältnis zu Mutter und Großmutter sind als prägende Einflüsse ebenfalls im Blickpunkt des Neurologen. 

Dr. Masuhr, Karl F.: Ärzte, Dichter und Rebellen: Psychosomatische Aspekte ihres Wirkens, Verlag Königshausen & Neumann, 2018, ISBN-13: 978-3826063008
Buchcover
Lehnitzer Lesung und Gespräch
17.02. Sonntag | 15:00
Friedrich-Wolf-Gedenkstätte
Alter Kiefernweg 5
16515 Lehnitz
(03301) 52 44 80

Kam, sah und stolperte

Christian Grashof und Paul Werner Wagner im Gespräch

Christian Grashof gehört seit knapp fünf Jahrzehnten zu den prägenden Darstellern des Deutschen Theaters in Berlin. In seiner Darstellungskunst vereinen sich die Seelen des Clown und des Tragöden. Grashof war gleichsam das Gesicht der aufsehenerregenden Ära des Regisseurs Alexander Lang. Er brillierte auch in Aufführungen von Friedo Solter und Thomas Langhoff. Das gemeinsam mit Hans-Dieter Schütt geschaffene autobiografische Gesprächsbuch Kam, sah und stolperte beschreibt eindrucksvoll den Weg des Arbeiterkindes aus dem sächsischen Löbau zum unverwechselbaren Protagonisten auf der Bühne und bei Film und Fernsehen. Im Oktober 2018 wurde Christian Grashof Ehrenmitglied des Deutschen Theaters Berlin.

Grashof, Christian: Kam, sah und stolperte, Verlag: Theater der Zeit, 2018, ISBN-13: 978-3957491626
Christian Grashof