Friedrich Wolf Gesellschaft

 

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Else Wolf

Else Wolf wurde am 20. Mai 1898 in Remscheid als die jüngere der beiden Töchter des Kaufmanns Otto Dreibholz geboren. Ohne ihre Leistung ist das vielgestaltige und umfangreiche Werk von Friedrich Wolf nicht denkbar. Ruhe und Herzlichkeit ausstrahlend, organisierte sie das Leben der Familie. Sie erzog die beiden Söhne Markus und Konrad und schaffte ihrem Mann Freiräume für seine Arbeit als Arzt und Schriftsteller. Eigene Wünsche und Bedürfnisse stellte sie im Interesse der Familie und des Wirkens von Friedrich Wolf zumeist hintan. Nach dem Tod ihres Mannes setzte sie ihre ganze Kraft für den Aufbau des Friedrich-Wolf-Archivs und die Herausgabe einer großen Zahl seiner Bücher und Schriften ein.

Sicherheit im Urteil sowie Offenheit und Mitgefühl im Umgang mit anderen Menschen zeichneten Else Wolf aus. Ungezählt sind die Namen der Menschen, denen sie half, Mut zusprach und Kraft gab. Ihre Familie sowie Freunde und Bekannte liebten sie für diese Eigenschaften. Das belegen viele, oft mit Dankbarkeit verbundene Passagen in Briefen, Büchern und Filmen.

Friedrich Wolf widmete ihr immer wieder Gedichte und beschreibt sie indirekt in der Gestalt der Mutter in seiner 1944 veröffentlichten Novelle „Heimkehr der Söhne“. Auch viele andere Figuren in Wolfs Dramen und Erzählungen tragen Wesenszüge von Else Wolf, so die Otti im Filmexposé zu „Thomas Müntzer“. Konrad Wolf setzte seiner Mutter in seinem autobiografischen Film „Ich war neunzehn“ ein liebevolles Zeichen und Markus Wolf in „Troika. Geschichte eines nicht gedrehten Filmes“, der 1989 erschienenen Geschichte der Familie.

1948 bezog die Familie Wolf ein Haus in der Lehnitzer Waldsiedlung bei Berlin. Zwanzig Jahre später, zu ihrem 70. Geburtstag, verlieh der Rat der Gemeinde Else Wolf die Ehrenbürgerschaft. Er würdigte damit ihr unermüdliches und erfolgreiches kulturelles und soziales Engagement für den Ort. Am 9. Juli 1973 starb Else Wolf im Alter von 75 Jahren – 20 Jahre nach dem Tod Ihres Mannes Friedrich Wolf. Ihr Grab befindet sich auf dem Zentralfriedhof Berlin-Friedrichsfelde, wo auch ihr Mann und ihr 1982 verstorbener Sohn Konrad ruhen.

Als im Jahr 2005 die Friedrich-Wolf-Gedenkstätte im Lehnitzer Wohnhaus renoviert und neu gestaltet wurde, erhielt auch das Schlaf- und Arbeitszimmer von Else Wolf sein ursprüngliches Aussehen zurück. Neben den Familienfotos auf den Möbeln und an den Wänden fällt die Handbibliothek besonders auf. Sie vereint Bücher von Friedrich Wolf mit Märchen und Tiergeschichten für Kinder und Erwachsene. In den Widmungen des Schriftstellers für seine Frau sind viele autobiografische Bezüge und Anspielungen auf das Familienleben versteckt.

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