Friedrich Wolf Gesellschaft

Friedrich Wolf

Arzt und Schriftsteller (1888 – 1953)


Kindheit und Jugend in Neuwied am Rhein


Am 23.12.1888


wird Friedrich Wolf als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Neuwied am Rhein geboren.

 

Friedrich Wolf 1893

1899 – 1907

Besuch des Königlich-Preußischen Gymnasiums.

 


 

 

Sportliche Ausbildung in der Schulzeit (Rudern, Schwimmen, Turnen, Wandern). Interesse für Goethe, Schiller, Rousseau, Haeckel, Kropotkin, Nietzsche und die Antike.

 

Es entstehen erste eigene Gedichte.

 

 

Studienjahre


1907


Studium der Medizin in Tübingen, Bonn, Berlin sowie Philosophie (Bonn, Berlin) und Kunstgeschichte (München, Berlin).

 

Sportgymnastik mit Heinrich Friedemann

 

1908

Fußwanderung durch Italien. Anschluss an den Wandervogel.


1912


Ärztliches Staatsexamen. Dissertation „Die multiple Sklerose im Kindesalter“.

 

Friedrich Wolf und sein erster selbständig operierter Patient

 

 

Praktisches Jahr in Meißen und Dresden.

1913

Promotion zum Dr. med., Approbation zum Arzt. Austritt aus der jüdischen Glaubensgemeinde.

 

Gedichte, Erzählungen, Dramenversuche.

 

In Berlin begeisterter Besucher des Deutschen Theaters.

 

Schiffsarzt auf der Route Kanada, USA, Grönland.

 

 

Erster Weltkrieg


1914


Bei Kriegsausbruch Truppenarzt an der Westfront. Wird angesichts von Tod und Leid zum entschiedenen Kriegsgegner.

 

Oberarzt Dr. Friedrich Wolf an der Front

 

 

An der Front entstehen Gedichte, die Novellen „Der gekrümmte Arm“, „Langemark“ und das Antikriegsdrama „Mohammed“.

1918

Kriegsdienstverweigerung. Lazarettarzt in Dresden. Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates.

 

 

Dresden, Remscheid, Worpswede, Hechingen


1919


Großer Erfolg mit dem expressionistischen Drama „Das bist du“ am Dresdner Schauspielhaus.

 

„Der Unbedingte“ (expressionistisches Drama) entsteht.

1920

Übersiedlung nach Remscheid. Stadtarzt. Teilnahme am Kampf gegen die Kapp-Putschisten.

1921

Arzt und Torfarbeiter in der Gemeinschaftssiedlung Worpswede.

 

Landarzt in Hechingen. Lebt unter den Bauern der Rauhen Alb. Selbststudium der Naturheilkunde.

1922

Auflösung der Ehe mit Kaethe Wolf, geb. Gumbold. Der Ehe entstammen Tochter Johanna (1915) und Sohn Lukas (1919).

 

Heiratet Else Dreibholz » . Dieser Ehe entstammen Markus » (1923) und Konrad » (1925).

 

Friedrich Wolf mit Else und den Kindern Markus und Konrad

 

 

Enge Beziehung zur bürgerlichen Jugendbewegung im Raum Stuttgart.

 

Großes soziales Engagement.

1923

In Hechingen entsteht das Drama „Der Arme Konrad“. Dieses lässt ihn zum anerkannten Dramatiker Deutschlands werden, Aufführungen des Stückes auf vielen Bühnen. Es folgen die Dramen „Die schwarze Sonne“, „Die Schrankkomödie“.

1924

"Das Heldenepos des Alten Bundes" (jüdisches Volksepos) entsteht.

 

Szene aus: „Der Arme Konrad“, Volksbühne am Lützowplatz, Berlin 1924

 

 

 

„Kunst ist Waffe!“


1925


Das Drama „Kolonne Hund“, die Romane „Kreatur“ und „Kampf im Kohlenpott“ entstehen.

1926

Nach drei Jahren Arbeit ist das medizinische Handbuch „Die Natur als Arzt und Helfer“ fertiggstellt.
 

 

Szenen aus dem Arztbuch: ein gesunder Körper

 

1927

Übersiedlung nach Stuttgart

 

Die Dramen „Kolonne Hund“ und „Koritke“ entstehen und werden in Theatern und von Spieltrupps aufgeführt.

1928

Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), Rede „Kunst ist Waffe!“, Mitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller.

 

Titelblatt der Erstausgabe

 

1929

Das Drama „Cyankali“ leitet eine Kampagne gegen den § 218 ein.

 

Plakat zum Film „Cyankali“

 

1930

Wolf wird unbegründet der „gewerbsmäßigen Abtreibung“ beschuldigt und verhaftet. Freilassung durch Massenproteste.

 

Das Drama „Die Matrosen von Cattaro“ erscheint.

1931

Auf Einladung des Volkskommissars für Gesundheitswesen der UdSSR unternimmt Wolf seine erste Reise in die Sowjetunion. Erfahrungsaustausch.

 

Teilnahme am Schriftstellerkongress der Russischen Förderation.

 

Aufführung „Die Matrosen von Cattaro“ in Moskau. Uraufführung der antifaschistischen Komödie „Die Jungens von Mons“.

1932

Gründung des Spieltrupps Südwest. Agitproptexte für diese Gruppe.

 

 

Exil und Zweiter Weltkrieg


1933


Muss Deutschland verlassen. Geht über Österreich, die Schweiz nach Frankreich. Schreibt „Professor Mamlock“ auf der Ile de Bréhat.

 

Inszenierung „Professor Mamlock“

 

1934

Mit der Familie im Exil in Moskau.

 

„Professor Mamlock“, „Bauer Baetz“, „Floridsdorf“, „Das trojanische Pferd“ werden 1934 auf den Bühnen der Sowjetunion gespielt.

 

Friedrich Wolf mit seinen Söhnen Markus und Konrad, Moskau
New York 1937 ???

 

1935

Teilnahme am 1. Schriftstellerkongress der USA in New York.

 

Aufführung „Die Matrosen von Cattaro“ in New York.

1936

Vortragsreise nach Skandinavien.

 

Aufführung „Professor Mamlock“.

1937

Leningrader Behörden setzen „Matrosen von Cattaro“ vom Spielplan ab: „defätistisch, antirevolutionär“.

1938

Erfolgloser Versuch zu den internationalen Brigaden nach Spanien zu gelangen. Aufenthalt in Frankreich.

 

„Zwei an der Grenze“ (Roman), „Das Schiff auf der Donau“ (Drama) entstehen.

„Professor Mamlock“ wird in der Sowjetunion verfilmt.

1939

Internierung im Lager Le Vernet.

 

Friedrich Wolf im Lager Le Vernet

 

 

Beaumarchais“ (Drama) entsteht.

1941

Entlassung aus dem Internierungslager durch Intervention der UdSSR. Rückkehr zur Familie nach Moskau. Kriegsteilnahme auf sowjetischer Seite als Propagandist und Agitator.

1942

„Der Russenpelz“ (Novelle), „Patrioten“ (Drama) entstehen.


1943


Mitbegründer und Frontbeauftragter des Nationalkomitees Freies Deutschland. Vorträge an der Antifa-Schule für deutsche Kriegsgefangene in Krasnogorsk.

 

Erich Weinert beim Unterschreiben des Gründungsdokuments, neben ihm Friedrich Wolf

 

 

Friedrich Wolf und Heinrich Graf von Einsiedel

 

1944

„Heimkehr der Söhne“ (Novelle), „Dr. Lilli Wanner“ (Drama), „Was der Mensch säet …“ (Drama) entstehen.

 

 

Rückkehr nach Deutschland


1945


Nach Kriegsende Rückkehr nach Deutschland. In Berlin aktiv kulturpolitisch tätig.

1946

Mitbegründer der DEFA und des Bundes Deutscher Volksbühnen, Mitarbeit an der satirischen Zeitschrift „Ulenspiegel“, Pseudonym Dr. Isegrimm.

 

Deutsche Erstaufführung von „Professor Mamlock“ am Hebbel-Theater Berlin.

 

1947

„Wie die Tiere des Waldes“ (Drama), „Die letzte Probe“ (Drama), „Märchen für große und kleine Kinder“ (Novelle) entstehen.

1948

1. Vorsitzender des Bundes Deutscher Volksbühnen, Herausgeber der Zeitschrift Kunst und Volk, Mitbegründer der deutschen Abteilung des PEN-Clubs.

 

Übersiedlung nach Lehnitz.

 

Friedrich Wolf mit Hund Bummi vor seinem Haus in Lehnitz

 

 

Drehbuch „Rat der Götter“ entsteht.

1949

Berufung zum Chef der Diplomatischen Mission der DDR in der Volksrepublik Polen.

 

„Bürgermeister Anna“ (Drama) entsteht.

1950 – 1951

Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter der DDR in Polen.

 

Friedrich Wolf als Erster Botschafter der DDR

 

1950

Mitglied der Deutschen Akademie der Künste. Vorstandsmitglied des Deutschen Schriftstellerverbandes.

 

Poem „Lilo Herrmann“ (Musik: Paul Dessau) entsteht.

1952

„Menetekel oder Die fliegenden Untertassen“ (Roman), „Thomas Müntzer“ (Drama) entstehen.

1953

Jubiläumsvortrag „Meisterschaft und Volkstümlichkeit“ zum 125-jährigen Bestehen des Reclam-Verlages.

„Thomas Müntzer“ (Filmexposé) entsteht.

Geburt des Sohnes Thomas » in Dresden.

Am 5. 10.1953

erliegt Friedrich Wolf einem Herzinfarkt im Arbeitszimmer seines Hauses in Lehnitz. Die Urnenbeisetzung erfolgt in Berlin auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

 

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